Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Bezirk Landeck

Golfübungsplatz am Sonnen-Plateau in Fiss wird „saniert“

2018 wurde eine nicht genehmigte Driving Range in Fiss behördlich gesperrt. Nun wurde das Projekt neu gestartet – und das Übungsgelände bei der Umweltbehörde eingereicht.

Im vergangenen Jahr wurde der Golfsübungsplatz in Fiss von der Bezirkshauptmannschaft gesperrt. Die Driving Range und die Putting Greens sowie die Sandbunker waren ohne naturschutzrechtliche Genehmigung errichtet worden.

© ReichleIm vergangenen Jahr wurde der Golfsübungsplatz in Fiss von der Bezirkshauptmannschaft gesperrt. Die Driving Range und die Putting Greens sowie die Sandbunker waren ohne naturschutzrechtliche Genehmigung errichtet worden.



Von Matthias Reichle

Fiss – Über mehrere Saisonen trainierten dort Golfer aus nah und fern ihren Abschlag und verfeinerten ihre Puttingtechnik. 2018 war damit Schluss. Die Bezirkshauptmannschaft Landeck ließ die 10.747 Quadratmeter große Golfübungsanlage mit Driving Range, Putting Greens und Sandbunker in Fiss behördlich sperren. Wie sich herausstellte, war sie ohne naturschutzrechtliche Genehmigung und entsprechende Widmung errichtet worden. Ein Rückbau wurde angeordnet – das wirbelte einigen Staub auf. Die Tiroler Tageszeitung hatte berichtet. Betreiber war der Golfclub Serfaus-Fiss-Ladis, der auch einen Einspruch beim Landesverwaltungsgericht einlegte – erfolglos.

Nun startet man einen neuen Anlauf. In seiner letzten Sitzung widmete der Fisser Gemeinderat die Grundstücke, auf denen die Überbleibsel der Sportanlage unter dem Schnee auf den Frühling warten. Die elf betroffenen Parzellen befinden sich im Besitz der Kommune. Insgesamt wurde auf einer Fläche von 13.104 Quadratmetern Freiland eine Sonderfläche „Sportanlage/Golfübungsplatz“ ausgewiesen. Der Beschluss dafür erfolgte einstimmig.

Bürgermeister Markus Pale hatte bereits im vergangenen Jahr eine Lösung angekündigt. Laut ihm ist das Projekt auf einem guten Weg: „Es dauert noch ein bisschen. Aber zu 90 Prozent passt es“, erklärt er auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Parallel zur Widmung sei das Projekt auch für eine naturschutzrechtliche Prüfung eingereicht worden. „Wir haben alles vorerledigt und warten jetzt auf die Fristen.“

Vier Wochen liegen die Ende Februar beschlossenen Pläne bei der Gemeinde auf und werden dann an die zuständige Raumordnungsabteilung im Land weitergeleitet. Die Widmung sei auf Ansuchen des Golfclubs passiert, so Pale. „Ich gehe derzeit davon aus, dass wir bis Sommer alles haben.“

Die Gemeinde hatte 2015 die Auffassung vertreten, beim Golfübungsplatz handle es sich um einen „Spielbereich für Erwachsene“ ähnlich einem Spielplatz für Kinder. Ein solcher brauche nur eine Genehmigung nach dem Veranstaltungsgesetz, die der Bürgermeister ausstellen kann. 2015 wurde eine solche Erlaubnis auch erteilt. Diese Rechtsmeinung wurde allerdings sowohl von der Umweltabteilung als auch vom Landesverwaltungsgericht nicht geteilt – sie stellten klar, dass es sich natürlich um einen genehmigungspflichtigen Sportplatz handle.

Auch bei der zuständigen Naturschutzbehörde an der Bezirkshauptmannschaft Landeck wartet man derzeit darauf, dass alle Raumordnungsfragen erledigt sind. „Wir müssen den Ausgang der Widmung abwarten, ohne sie können wir nicht entscheiden“, erklärt Referatsleiter Manuel Wolf.

Die Gemeinde hatte das Projekt diesen Winter eingereicht – es sei bereits begutachtet worden, bestätigt er. „Es ist nichts Dramatisches und genehmigungsfähig.“ Braunkehlchennistplätze, die bisher die Golfplatzpläne in Fiss durchkreuzt hatten, seien in diesem Teil der Gemeinde kein Thema. Sobald das Raumordnungsverfahren abgeschlossen sei, könne die Behörde entscheiden – „noch vor dem Sommer“, vermutet Wolf.

Laut Bezirkshauptmannschaft sei das Strafverfahren, das eingeleitet worden war, inzwischen abgeschlossen. Dem von der Behörde angeordneten Rückbau ist der Golfclub bereits zum Teil nachgekommen – er hätte aber noch bis Frühjahr Zeit.