Letztes Update am Mi, 13.03.2019 14:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tirols AK-Chef zu Natters-Schließung: „Informationspolitischer Super-GAU“

Die Vorgehensweise rund um das geplante Aus für das Krankenhaus Natters ist für Tirols AK-Präsident Zangerl „höchst unprofessionell“. Betroffene und Öffentlichkeit seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

AK-Präsident Erwin Zangerl.

© Thomas BöhmAK-Präsident Erwin Zangerl.



Innsbruck - Tirols AK-Chef Erwin Zangerl reagiert mit heftiger Kritik auf die von der Landesregierung geplanten Spitalsreform. Die Pläne zum Krankenhaus Natters, das der „Sparpolitik“ zum Opfer falle, seien ein „informationspolitischer Super-GAU“, bemängelte Zangerl. Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg stelle Betroffene und Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen.

„Die Kommunikationslinie der Bundesregierung wird nun scheinbar auch in Tirol modern“, tadelte Zangerl. Informationen wie die Schließung vor sich gehen soll, gebe es keine. Auch was von der Arbeitsplatzgarantie zu halten ist, sei offen, so der AK-Chef: „Nur die Einsparungskeule zu schwingen und die Menschen mittels Hüftschuss vor vollendete Tatsachen zu stellen, schürt nicht nur Unsicherheit, sondern ist auch höchst unprofessionell.“

„Gibt genügend Erklärungsbedarf“

Die Meldung, dass das Landeskrankenhaus Natters den Einsparungsplänen von Landesrat Tilg zum Opfer fallen soll, kam „überfallsartig“. „Die sogenannte Reformgruppe, die dies beschlossen hat, hat ganze Arbeit geleistet und sich vermutlich nur gegenseitig informiert“, so der AK-Präsident. Dabei gäbe es genügend Erklärungsbedarf. Etwa über den Zeitpunkt der Schließung oder darüber, wie hoch das Einsparungspotenzial wirklich sei. „Und wie hoch sind die Kosten, die durch das geplante Mehrangebot im Landeskrankhaus Hall entstehen? Gibt es überhaupt Pläne für eine sinnvolle Nachnutzung? Und wie sieht es mit den Synergieeffekten zwischen Hall und Innsbruck aus? Kurz und bündig: Wo ist das Konzept?“, fragte Zangerl.

„Unsicherheit in anderen Spitälern“

„Optimieren heißt im Klartext immer Einsparen und nicht etwa die Versorgungssicherheit ausbauen“, meinte Zangerl. Es brauche eine ordentliche, öffentliche Diskussion. Denn nicht nur in Natters sei man besorgt über die Vorgehensweise, auch in den Spitälern in Innsbruck, Hall, Schwaz, Zams, Kufstein oder St. Johann.

Das Land Tirol will mit dem „Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025“ wie berichtet die Spitalsstrukturen im Land reformieren. Ziel ist laut Tilg, die Krankenhäuser zu entlasten und die Kosten zu dämpfen. Unter anderem sollen dafür die medizinischen Leistungen des Krankenhaus Natters nach Innsbruck und Hall verlegt werden. (TT.com)