Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.03.2019


Bezirk Kitzbühel

Ringen um neue Verbindungen im Bezirk Kitzbühel

Bei der Vollversammlung des Pendlerforums Bezirk Kitzbühel waren auch zwei Vertreter der ÖBB vor Ort. Sachlich wurde über die Wünsche diskutiert. Sogar beim Thema Kulturzug gab’s Lösungsansätze.

Mit dem Zug zur Arbeit und zurück liegt im Trend, ist aber nicht immer ganz einfach.

© Thomas Boehm / TTMit dem Zug zur Arbeit und zurück liegt im Trend, ist aber nicht immer ganz einfach.



Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Es sind fünf Wünsche, welche die Pendler aus dem Bezirk Kitzbühel an das Land Tirol, den Verkehrsverbund Tirol (VVT) und die ÖBB haben. Diese haben sie am Donnerstagabend bei der Vollversammlung des Vereins in Hopfgarten formuliert. Dabei konnte Obmann Maximilian Ebersberg auch Vertreter der ÖBB begrüßen. „Wir haben von der Versammlung aus der TT gehört und haben gefragt, ob wir mit dabei sein dürfen“, schildert René Zumtobel, Regionalmanager der Bundesbahnen.

Für die Sitzung ein großer Glücksfall, denn so konnten die Pendler ihre Wünsche direkt anbringen und auch gleich die Möglichkeit der Umsetzbarkeit diskutieren. „Es ist gut, dass es hier im Bezirk ein so engagiertes Pendlerforum gibt, das würde ich mir in mehreren Bezirken wünschen“, sagt Zumtobel und betont: „Ich würde gerne heute Abend mit einem Bild nach Hause fahren.“ Sprich, er wünscht sich konkrete und einheitliche Vorschläge. Und die hat der Regionalmanager dann auch bekommen.

Es sind fünf klare Wünsche. Allen voran das mit dem heurigen Fahrplanwechsel aufgetauchte Problem mit dem Frühzug. Die Vorverlegung der Schnellbahn SB 5004 mit der Ankunft in Wörgl um 7:01 Uhr sorgt für Schwierigkeiten. „Wir hatten immer ein Loch von 45 Minuten in der Früh. Vorher war die Lücke davor, nun ist sie danach. Wir brauchen deshalb eine zusätzliche Verbindung“, betont Ebersberg. Die neue Fahrzeit hätte Vorteile, aber eben nicht für alle, deshalb braucht es eine weitere Verbindung mit Ankunft um etwa 7:20 Uhr in Wörgl.

Hier kommt ein vorsichtig positives Signal von Zumtobel, es wäre um diese Zeit ein Fahrzeug verfügbar. „Wir müssen den Zug aber dort um diese Zeit möglichst produktiv hinbringen. Aber ich nehme mit, dass um diese Zeit ein Zug fehlt“, betont Zumtobel.

Ein weiterer Wunsch ist die Vorverlegung des Regional­express REX 1500 um etwa fünf Minuten von der Ankunft in Wörgl um 7:47 Uhr auf 7:42 Uhr. Damit wären die Verbindungen zu Anschlusszügen erleichtert. „Der 1500er kommt aus Salzburg und ist dort im Fahrplan einbetoniert. Eine frühere Ankunft in Wörgl ist also nur durch das Weglassen von Halten im Bezirk Kitzbühel möglich“, erklärt der ÖBB-Regionalmanager dazu.

Am späten Nachmittag wünschen sich die Pendler eine durchgehende, fernverkehrsunabhängige Verbindung zur Hauptverkehrszeit mit Abfahrt in Innsbruck um etwa 17:20 Uhr. „Hier wäre die beste Lösung eine Verbindung, die von Innsbruck nach Wörgl durch den Tunnel fährt“, sagt Johann Kobler vom Pendlerforum. Ein zusätzlicher Wunsch kommt von den Pendlern aus Brixlegg und Kundl, die einen Zug ins Brixental um etwa 16 Uhr brauchen. „Hier könnten wir eine Potenzialerhebung in den Firmen vornehmen, wie viele einen solchen Zug nutzen würden“, schlägt Zumtobel vor.

Schon lange fordert das Pendlerforum einen Spätabend- oder auch Kulturzug mit Abfahrt in Innsbruck um etwa 22:50 Uhr und einen Abendzug von Wörgl Richtung Kitzbühel um etwa 21:35. Dieser Zug würde gleich Reisende von fünf Zügen in den Bezirk bringen können.

Der Kulturzug sei schon seit zehn Jahren ein Wunsch, doch auch dieses Mal brachte Zumtobel die mangelnde Auslastung bei den Abendzügen in Spiel. In der Diskussion kam dann die Idee auf, dass ein solcher Abendzug oder der Kulturzug genau jenes Fahrzeug in den Bezirk bringen könnte, welches dann in der Früh für die geforderte zusätzliche Verbindung am Morgen benötigt wird. Diese Option will sich Zumtobel auf die Machbarkeit überprüfen lassen.

Nächste Woche wird es ein Gespräch der Pendler mit den ÖBB, dem VVT und dem Land Tirol geben. Dabei können die Wünsche eingebracht werden. Letztlich sei aber alles auch eine Kostenfrage, denn Auftraggeber des Nachverkehrs ist das Land Tirol. Auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung heißt es aus dem Büro der zuständigen LHStv. Ingrid Felipe: „Allgemein ist zu sagen, dass LHStv. Ingrid Felipe natürlich daran interessiert ist, den öffentlichen Verkehr im Unterland und im Bezirk Kitzbühel laufend zu verbessern. Die Erweiterung des Angebotes ist aber immer auch eine Kosten-Nutzen-Frage, die es zu klären gilt.“