Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.03.2019


Exklusiv

Erneut Wirbel um Dornauer in der SPÖ: „Mein Freund Meischberger“

Dass er sich auf ein „Stammtisch-Duell“ mit dem Ex-FPÖ-Politiker und Angeklagten im Buwog-Prozess Walter Meischberger einlässt, bringt SPÖ-Chef Dornauer unter Druck.

Zu viel Freundschaft mit dem im Buwog-Prozess angeklagten Walter Meischberger („Wo woar mei Leistung?“) sorgt für Kritik an Dornauer (l.).

© TTZu viel Freundschaft mit dem im Buwog-Prozess angeklagten Walter Meischberger („Wo woar mei Leistung?“) sorgt für Kritik an Dornauer (l.).



Von Peter Nindler

Innsbruck – In der SPÖ brodelte es gestern gewaltig. Viele mit Parteichef Georg Dornauer auf Facebook befreundete Genossen trauten ihren Augen nicht. Da wird die SPÖ nicht müde, den Buwog-Verkauf als größten Sündenfall von Schwarz-Blau I Anfang der 2000er-Jahre zu kritisieren, samt aktuellem Korruptionsprozess, und dann ist SPÖ-Chef Georg Dornauer gemeinsam mit dem Zweitangeklagten Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger („Wo woar mei Leistung?“) unterwegs. Stolz und mit den Worten „Heute Stammtisch-Duell mit meinem Freund Walter Meischberger“ hat Dornauer das Treffen auf Facebook danach veröffentlicht.

Mehr hat es nicht gebraucht, jetzt gärt es in der SPÖ einmal mehr. Dornauer wird mangelndes Gespür und fehlende Bodenhaftung vorgeworfen. Schließlich sei Meischberger kein Politiker mehr, mit dem man sich politisch matchen könnte, sondern vor allem das Gesicht für das Nehmer-System von Schwarz-Blau I, heißt es. Ob dieser Empörung versuchte Dornauer zurückzurudern und löschte seine Selbstdarstellung mit Freund Meischberger auf Facebook.

In der sozialdemokratischen Basis steigt indessen der Frust über den Obmann, schließlich hatte man gehofft, dass Dornauer nach den jüngsten Kalamitäten und seiner Wahl zum Parteichef Anfang März etwas behutsamer auftritt.

Der selbst hat kein Problem mit dem Auftritt und der Veröffentlichung. „Ich habe eine Einladung für ein so genanntes ‚Stammtisch-Duell‘ angenommen. Mein Anspruch als Vorsitzender der SPÖ ist es, die Stammtischhoheit in Tirol für die Sozialdemokratie zurückzuerobern – da setze ich mich auch mit Personen auseinander, die für eine andere Politik stehen.“ In der Landespolitik wäre man gut beraten, angesichts eines Facebook-Postings nicht sofort in Schnappatmung zu verfallen, „sondern uns um die wirklichen Themen zu kümmern: Wohnen, Gesundheit, Pflege und Verkehr“, ergänzt er. Wobei Wohnen, Buwog und Meischberger sicher ein gutes Stichwort sind.

Ausgefallen ist übrigens der für Samstag geplante Tirol-Tag von SPÖ-Bundesparteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner. Das habe aber nichts mit neuerlichen Verstimmungen mit der Bundespartei zu tun, sondern liege am Tag. „Pamela Rendi-Wagner war ja beim Parteitag, außerdem fassen wir einen attraktiven Wochentag im April ins Auge“, sagt Parteimanager Lukas Matt.