Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.03.2019


Exklusiv

Entspannung, aber weiter klare Fronten bei schwarzen Arbeitnehmervertretern

Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl übte massive Kritik an der Doppelfunktion von ÖVP-Parlamentsklubchef August Wöginger, der auch Obmann des Bundes-AAB ist.

Beate Palfrader – hier mit AK-Chef Erwin Zangerl — traf gestern VP-Klubchef August Wöginger zu einem klärenden Gespräch.

© Thomas Boehm / TTBeate Palfrader – hier mit AK-Chef Erwin Zangerl — traf gestern VP-Klubchef August Wöginger zu einem klärenden Gespräch.



Innsbruck, Wien – Zuletzt hat es ganz ordentlich gekracht unter den schwarzen Arbeitnehmervertretern – oder besser gesagt zwischen dem Bundes-AAB und dem Tiroler ÖVP-Arbeitnehmerflügel. Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl übte massive Kritik an der Doppelfunktion von ÖVP-Parlamentsklubchef August Wöginger, der auch Obmann des Bundes-AAB ist. Tirols AAB-Landesobfrau und Bildungslandesrätin Beate Palfrader sprach zugleich von massiven inhaltlichen Differenzen mit Wöginger. Dieser hatte ja einen einheitlichen Wahlsonntag für die Arbeiterkammerwahlen gefordert. Schon bei der Zusammenlegung der Sozialversicherungen hing der Haussegen schief. Gestern nun kam es zu einem klärenden Gespräch zwischen Palfrader und Wöginger. Die Tiroler Bildungslandesrätin bezeichnete es gegenüber der TT „als ganz okay“.

Über die Doppelfunktionen Wögingers sei aber nicht geredet worden, betonte Palfrader. „Wir haben unsere Standpunkte ausgetauscht, da gibt es natürlich in einigen Fragen weiterhin Auffassungsunterschiede. Aber was die geplante Steuerreform betrifft, da bin ich schon optimistisch, dass die niedrigen Einkommen tatsächlich entlastet werden.“ Insgesamt, so Palfrader, habe sie dem obersten Arbeitnehmervertreter in der ÖVP vermittelt, „dass die Regierung mehr für die Arbeitnehmer tun muss. So hoffe ich weiter, dass es beim Familienbonus zu Verbesserungen für alleinerziehende Frauen kommt“.

August Wöginger stand zuletzt unter Beschuss aus Tirol.
August Wöginger stand zuletzt unter Beschuss aus Tirol.
- APA (Archiv)

Was die Interessenvertretung betrifft, gibt es für Beate Palfrader keinen Spielraum für mögliche finanzielle Beschneidungen. „Auch hier habe ich unsere Position klar vertreten: Eine Kürzung der Pflichtbeiträge würde massive Einschränkungen der AK-Leistungen bedeuten.“ Und Wögingers Antwort darauf? Palfrader: „Dazu gab es vorerst keine, er hat sich dazu nicht geäußert.“ Schlussendlich habe man vereinbart, regelmäßig in einem guten Informationsaustausch zu bleiben. (pn)