Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.03.2019


Luftgüte-Debatte

Dicke Luft im Innsbrucker Gemeinderat

Die Mandatare diskutierten über mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Luftgüte.

Wie kann man die Luft in und über Innsbruck besser machen? Darüber wurde gestern im Gemeinderat heftig diskutiert.

© Foto TT / Rudy De MoorWie kann man die Luft in und über Innsbruck besser machen? Darüber wurde gestern im Gemeinderat heftig diskutiert.



Innsbruck – Dicke Luft ist im Innsbrucker Gemeinderat oft schon durch die Tagesordnung vorgegeben – auch gestern. Die Aktuelle Stunde beschäftigte sich ebenfalls damit, wenngleich Für Innsbruck den Begriff umdrehte und „Unser schöner Lebensraum – Gute Luft für Innsbruck“ auf die Tagesordnung setzte. Letztlich ging auch dabei der Rauch auf.

Man müsse im Kleinen anfangen, also im städtischen Bereich, meinte Vize-BM Christine Oppitz-Plörer (FI). GR Theresa Ringler (FI) möcht­e mittelfristig „Innsbruck zu einer CO2-neutralen Stadt machen“, ein „ambitioniertes Unterfangen“, mit dem man aber im Stadt­magistrat anfangen könne.

Auch die Stadt tue viel für die schlechte Luft in Innsbruck, kritisierte GR Gerald Depaoli (GI). Etwa wenn durch die Schneeräumung Lkw durch die Stadt fahren oder wenn durch den Schienenersatzverkehr bei der Straßenbahn „5000 Fahrten von Dieselbussen“ zusätzlich anfallen.

Marcela Duftner (Grüne) erkannte im „Individualverkehr“ den größten Luftverschmutzer in der Stadt. „Saubere Luft ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis der Menschen“, es gelte weiterhin, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Im Zuge der Aktuellen Stunde entwickelte sich in mehreren Wortmeldungen eine Debatt­e über die Gratis-Benützung von Öffis für Innsbrucker. Mesut Onay (Liste ALI) forderte diese explizit ein. Er kritisierte die Kosten für die IVB-Fahrten. ÖVP-Vize-BM Franz Gruber sah auf lange Sicht die kostenlose Nutzung der Öffis in der Stadt als erstrebenswert an. Aber: „Derzeit ist das finanziell nicht möglich. Und auch die Umstellung des Systems ist noch nicht so weit.“

Rund um FP-Stadtrat Rudi Federspiel, der forderte, die Mandatare sollten auf ihre Bezahlung verzichten, um die Gratis-Öffis damit zu ermöglichen, gingen die Wogen hoch. Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) erklärte darauf, dass Federspiel wohl keine Ahnung von den entsprechenden Zahlen hab­e. Schwarzl will im Verkehrsausschuss demnächst einen weiteren Vorstoß zu Tempo 30 auf einigen Straßenzügen machen. Dies wäre ein weiterer Schritt zur Reduktion von Emissionen. (mw)