Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 01.04.2019


Bezirk Landeck

Stanzer Bürgermeister (51) verlor Kampf gegen Krebs

Martin Auer, Bürgermeister von Stanz (2016–2019), verstarb am Samstag 51-jährig.

© WenzelMartin Auer, Bürgermeister von Stanz (2016–2019), verstarb am Samstag 51-jährig.



Mitten aus dem Leben gerissen, den Kampf gegen eine schwere Krebserkrankung verloren: Martin Auer, ein Bürgermeister mit Leib und Seele, ist am Samstag in der Klinik Innsbruck im Alter von 51 Jahren verstorben.

Der Schock im Brennerei-dorf Stanz und weit darüber hinaus sitzt tief, wie Vizebürgermeister Ferdinand Beer am Sonntag bestätigte. Die Begräbnisfeier findet am Samstag, 6. April, um 14 Uhr in der Pfarrkirche statt. Auer hinterlässt drei Kinder.

Noch am Freitagabend, bei der Edelbrand-Prämierung im Gemeindesaal, überbrachte Bürgermeisterkollege und Landtagsvizepräsident Toni Mattle eine Nachricht von Auer: „Der Martin kämpft in bewundernswerter Weise gegen seine Erkrankung. Er ist ein positiv denkender Mensch und überzeugt, dass es mit ihm wieder bergauf geht." Womit im Saal vorsichtiger Optimismus und Hoffnung aufkeimten. Aus den Reihen der Besucher war zu hören, man bete um Gesundheit für den Bürgermeister.

Bei der Bürgermeisterwahl 2016 trat der politische Quereinsteiger Auer als einziger Kandidat an. 240 Stanzer hatten ihn bei 402 abgegebenen Stimmen gewählt.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Gegenüber der Behörde bzw. Gemeindeaufsicht war er ein sehr kooperativer Bürgermeister", hob BH Markus Maaß am Sonntag hervor. In seiner kurzen Amtszeit habe er vieles zum Wohle seiner Gemeinde erreicht und gute Projekte umgesetzt. „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und den Angehörigen."

Stanz verliere eine große Persönlichkeit und einen engagierten Bürgermeister, „der noch vieles hätte umsetzen wollen", sagte VBM Beer. „Er hat auch interessante Visionen für unser Dorf gehabt."

Auer, im Zivilberuf selbstständiger Diplom-Ingenieur und Mediator, schnürte 2018 u. a. ein Sanierungspaket mit 280.000 Euro für die Volksschule. Um Fördermittel zu lukrieren, war ihm der Weg nach Innsbruck nie zu weit. „Dank Zwetschke sind wir zwar ein bekanntes, aber kein betuchtes Dorf", sagte er. Auer krempelte auch die Ärmel hoch, um das mehrmals verwaiste Stanzer Dorfgasthaus zu beleben — was inzwischen gelungen ist. (hwe)