Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.04.2019


Innsbruck

Neue Nutzung für die alte Bücherei in Innsbruck

Vier Abteilungen der Stadt übersiedeln in die Colingasse – dort wird jetzt saniert.

Vier Abteilungen der Stadt werden ab Herbst in das Gebäude in der Colingasse einziehen.

© WittingVier Abteilungen der Stadt werden ab Herbst in das Gebäude in der Colingasse einziehen.



Innsbruck – Mit der Übersiedelung der Stadtbücherei in das Pema 2 wurden die alten Räume in der Colingasse frei. Seither wurde in der Stadt eifrig darüber nachgedacht, politisch in der Koalition sogar heftig diskutiert, wie dieses Gebäude künftig genutzt wird. Vergangene Woche wurden im Stadtsenat und Gemeinderat die Weichen dafür gestellt, was mit den Räumlichkeiten künftig geschieht. Insgesamt vier Abteilungen der Stadt ziehen dort ein. Erst muss aber das Gebäude saniert werden. Und das geht ganz schön ins Geld.

Zwei Kostenschätzungen existieren mittlerweile in der Stadt. Vor allem der Keller bereitet der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) einiges an Kopfzerbrechen. Der ist feucht und es ist derzeit noch schwer abzuschätzen, was eine Sanierung letztlich insgesamt kosten wird.

Und so geht man laut den Informationen, die im Gemeinderat präsentiert worden sind, davon aus, dass die Stadt wohl rund eine Million Euro dafür zahlen müssen wird. Anderen Schätzungen zufolg­e könnten es auch 1,5 Millionen Euro sein. Dabei will man aber jedenfalls sparen. „Kostensparend“, so erklärte BM Georg Willi, soll das Projekt umgesetzt werden. Ein Neubau wurde gar nicht geprüft. Das rief aber durchaus auch Kritik hervor. Klubobmann Lucas Krackl (Für Innsbruck) bedauerte, dass man nicht zumindest über andere Lösungen nachgedacht hat. „Wir hätten hier schon die Chance gehabt, das Gebäude und diesen Raum zu entwickeln.“ Auch GR Gerald Depaoli (GI) übte Kritik daran, dass man jetzt „viel Geld“ in etwas stecke, das baulich ganz offensichtlich an die Grenzen der Lebensdauer gekommen sei. Dieses Vorgehen sei „Stückwerk“.

BM Willi zeigte sich dagegen überzeugt, dass die IIG „das Gebäude auch energetisch auf den Standard bringen wird, den wir brauchen“. Wäre das Gebäude ein Aut­o, dann „haben wir uns halt entschieden, es zu reparieren und es nicht zu verschrotten“.

Jedenfalls werden vier Abteilungen (wohl ab Herbst) hier ihr neues Zuhause finden. Das sind die Bürger­beteiligung, die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, das Innsbruck Marketing und das Veranstaltungsservice. Großes Schlagwort dabei: Co-Working bei der Zusammenarbeit. Positiver Nebeneffekt: geringere Kosten, weil die Räume ohnehin möglichst offen gehalten werden sollen.

Das übergeordnete Ziel der Stadtverwaltung sei es, dass die Abteilungen nirgends extern zur Miete untergebracht sind, wenn es entsprechende Gebäude im eigenen Besitz gibt. Das Rathaus platze räumlich für die Beamten „aus allen Nähten“, wie erklärt wurde. Unklar ist noch, wie die dort im Herbst freiwerdenden Räumlichkeiten genutzt werden. (mw)