Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Kampf um KH St. Johann: Lieber einsam als gemeinsam

Gleich drei Unterschriftenlisten und eine Online-Petition kämpfen für den Erhalt der Kinderstation im Krankenhaus St. Johann.

Unter der Belegschaft am Krankenhaus in St. Johann herrscht wegen der möglichen Schließung der Kinderstation Aufregung.

© Harald AngererUnter der Belegschaft am Krankenhaus in St. Johann herrscht wegen der möglichen Schließung der Kinderstation Aufregung.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Seit bekannt geworden ist, dass eine Schließung der Kinder- und Jugendstation im Bezirkskrankenhaus St. Johann möglich ist, gehen nicht nur die Wogen hoch, auch die Front jener, die dagegen ankämpft, wird immer breiter. Allerdings „sammeln“ nicht alle zusammen für die Unterschriftenliste der Mitarbeiter am Krankenhaus St. Johann, sondern jede politische Gruppierung kocht ihr eigenes Süppchen.

„Wenn man bedenkt, dass das Bezirkskrankenhaus St. Johann die wirtschaftlichste aller Tiroler Krankenanstalten ist, dann kann die angedachte Schließung wohl nur ein schlechter Scherz sein“, poltert FPÖ-Bezirksobmann Robert Wurzenrainer. Die Freiheitlichen haben deshalb eine Unterschriftenaktion gestartet. „Wir möchten diese als einen überparteilichen Schulterschluss wissen. Es geht hier nicht um Parteipolitik, sondern um die bestmögliche medizinische Versorgung vor Ort für all unsere Kinder“, sagt Wurzenrainer. Die Liste muss man sich allerdings auf der Internetseite des FPÖ-Landtagsabgeordneten herunterladen.

Wie berichtet, gibt es aber auch noch eine Unterschriftenliste der Jungen ÖVP und nachdem die SPÖ im Bezirk eine drohende Unterversorgung ortet, auch eine Online-Petition. „Im Bezirk Kitzbühel gibt es aktuell nur einen Kassen-Kinderarzt“, merkt die Kirchberger SPÖ-Landtagsabgeordnete Claudia Hagsteiner an. Die Abgeordnete fordert von Landesrat Bernhard Tilg ein klares Bekenntnis zur Kinderstation.

Christian Rass, Betriebsratsvorsitzender am KH St. Johann, ortet jedenfalls eine große Verunsicherung der Mitarbeiter: „Sie wollen sich aber nicht politisch vereinnahmen lassen und haben deshalb schon in der Vorwoche eine eigene Unterschriftenliste ins Leben gerufen.“

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„Die Bündelung der akutstationären Versorgung für Kinder und Jugendliche im BKH Kufstein für die Versorgungsregion Tirol-Nordost bei optimaler Kinderversorgung im Bezirk Kitzbühel im spitalsambulanten und niedergelassenen Bereich ist Gegenstand derzeitiger Abstimmungen“, betonte der zuständige Landesrat Bernhard Tilg gestern.