Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.04.2019


Innsbruck

Sozialer Wohnbau: Deal in Igls ist für Federspiel ein „Kuhhandel“

Die FPÖ hält nicht viel vom Projekt sozialer Wohnbau in Igls. StR Mayr weist indes Kritik rund um die Kinder­betreuung zurück: „Haben alles im Auge.“

Rudi Federspiel, FPÖ.

© DomanigRudi Federspiel, FPÖ.



Von Denise Daum

Innsbruck – Kein gutes Haar lässt FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel an dem Wohnprojekt „Am Bichl 3“ in Igls: Wie berichtet, will die Stadt mit der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) dort eine Anlage mit 50 Wohnungen bauen. 35 Prozent davon sollen als leistbare Eigentumswohnungen an Igler Familien vergeben werden, der Rest läuft unter soziale Mietwohnungen.

Möglich gemacht hat das ein Deal zwischen der Agrargemeinschaft Igls und der Stadt Innsbruck: Die Agrar verkauft 7000 Quadratmeter Grund zur Errichtung des sozialen Wohnbaus, dafür wird der kritisierte „Turmbau“ am Widumplatz in Igls um ein Stockwerk niedriger. Für Federspiel ist das schlichtweg ein „Kuhhandel“. „Der Bau am Widumplatz wird von den Iglern in seiner Gesamtheit abgelehnt, weil er viel zu massiv ist. Ein Stockwerk weniger ändert daran nichts“, betont Federspiel.

Auch die Verteilung beim geplanten Wohnbau „Am Bichl“ lehnt die FPÖ ab. „Wenn sie schon sozialen Wohnbau machen, dann zu 100 Prozent. Aber natürlich nur für Igler, Innsbrucker oder integrierte Zuwanderer, die unsere Sprache sprechen. Wir brauchen in Igls keine Angehörigen von Drittstaaten aus einem ganz anderen Kulturkreis“, poltert der FPÖ-Stadtparteiobmann.

Verhaltene Kritik am Projekt beim Widumplatz kommt vom Unterausschuss Igls. Vorsitzende Maria Zimak erklärt in einer Aussendung der Stadt, dass es sich dabei „nicht um das Wunschprojekt vieler Igler handelt“. Prinzipiell spreche sich der Unterausschuss aber schon für beide Projekte aus, weil einerseits am Widumplatz dringend notwendige Räume für eine Arztpraxis, ein Lebensmittelgeschäft und betreutes Wohnen geschaffen werden und andererseits „Am Bichl“ leistbarer Wohnraum entsteht.

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Den Vorwurf von FPÖ-Gemeinderat Bernhard Schmidt, dass man in Igls bei der Kinderbetreuung die Kapazitätsgrenze erreicht habe und die Stadt hier säumig sei, weist indes die zuständige Stadträtin Elisabeth Mayr (SPÖ) entschieden zurück. „Ich kann hier beruhigen: Im Kindergarten gibt es aktuell für Herbst 13 Plätze mehr als Anmeldungen. Wir haben die Kinderbetreuung in Igls genau im Auge.“ Der Hut brenne keinesfalls, an einer langfristigen Lösung sei man dran, verschiedene Varianten werden geprüft. Wie ein Campus bei der Volksschule. Darüber sei auch Gemeinde­rat Schmidt genauestens informiert. „Er benimmt sich wie ein Gockel, der meint, die Sonne geht nur auf, wenn er kräht“, schüttelt Stadträtin Mayr den Kopf.