Letztes Update am Mo, 15.04.2019 12:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Pflicht-Schulung und Leinenzwang: Neue Regeln für Hundehalter in Tirol

Vor dem Hundekauf muss in Tirol künftig eine Schulung absolviert werden. In bestimmten Bereichen wie Spielplätzen oder Schulen soll außerdem tirolweit die Leinen- und Maulkorbplicht gelten – nicht nur für Listenhunde.

Symbolbild.

© iStockSymbolbild.



Innsbruck — „Mehr Sicherheit für den Menschen und artgerechte Haltung für den Hund" — mit diesem erklärten Ziel hat Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf am Montag konkrete Maßnahmen für Hundehalter in Tirol angekündigt. In Zusammenarbeit mit Experten wird derzeit ein Maßnahmenkatalog erarbeitet. Im Mittelpunkt der präsentierten Zwischenbilanz stehen verpflichtende Schulungen sowie eine einheitliche Leinen- und Maulkorbregelung. Abrücken will man hingegen von der emotionalen Diskussion um Listenhunde.

"Keine Schnellschüsse und Überschriften sondern fachlich fundierte Regelungen", kündigt Zoller-Frischauf an.
"Keine Schnellschüsse und Überschriften sondern fachlich fundierte Regelungen", kündigt Zoller-Frischauf an.
- Land Tirol

Ohne Schulung kein Hund erlaubt

Wer sich in Tirol einen Hund zulegen möchte, soll künftig bei der Gemeinde einen Sachkundenachweis vorzeigen müssen. Zertifizierte Hundetrainer werden entsprechende Schulungen anbieten, kündigt Zoller-Frischauf an. Denn: „Unsicherheit und falsche Haltung stellen bei Hunden die größte Gefahr dar."

Ratschläge für die Vorbereitung auf einen Hundekauf finden sich auch in der Broschüre „Damit dein Hund allen Freude macht", die vom Land neu aufgelegt wird. Darin werden außerdem Pflichten, Verhaltenstipps bei Vorfällen und Unfällen sowie nützliche Adressen für Hundehalter aufgelistet.

Tirolweite Regeln für Leine und Maulkorb

Tirolweit einheitlich soll in Zukunft geregelt sein, wo Leine und Maulkorb Vorschrift sind. „An öffentlichen Orten und sensiblen Einrichtungen, etwa in Verkehrsmitteln, im Bereich von Kinderspielplätzen, Schulen und bei Veranstaltungen, sollen Hunde an der Leine beziehungsweise auch ergänzend mit Maulkorb geführt werden", führt Zoller-Frischauf aus. Gemeinden können jedoch nach Bedarf weitere Bereiche zur Leinen- und Maulkorbzone erklären.

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Einteilung in Listenhunde nicht zielführend

Von der umstrittenen Einteilung in Listenhunde will man im Maßnahmenkatalog abkommen. „Die meisten Bisse erfolgen laut Statistik von Hunderassen, die nicht auf solchen Listen stehen. Es besteht auch die Gefahr, dass neue Rassen gezüchtet werden oder auf Rassen mit ähnlichen Eigenschaften ausgewichen wird, um die Listen zu umgehen", erklärt Zoller-Frischauf und verweist auf Hundeexperten. (TT.com)