Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 16.04.2019


Bezirk Kufstein

Biotop in Schwoich muss Baurestdeponie weichen

Eine geplante Baurestmassendeponie ist im Biotop-Bereich, der Betreiber plant einen Ersatz.

Auch bedrohte Tierarten wie der Feuersalamander wurden im Biotop bereits gesichtet.

© MairAuch bedrohte Tierarten wie der Feuersalamander wurden im Biotop bereits gesichtet.



Schwoich – Die Bürgerinitiative (BI) fährt ihre Geschütze gegen die geplante Baurestmassendeponie samt Asbestlager in Schwoich auf. 1000 Unterschriften habe man bereits gesammelt, die Listen liegen weiterhin im Dorf auf, berichtet Richard Holzner. Heute Dienstag werd­e man an die 350 bis 400 Parteistellungsanträge direkt beim Land Tirol abgeben. Ob der Verhandlungstermin mit 24. April damit gehalten werden kann, ist weiter unklar.

Indes tut sich für die Projektgegner ein neuer Graben auf: So bange man um das Biotop im südlichen Bereich des Steinbruchs. Dort wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Kröten und Schlangen, aber auch geschützte Salamanderarten entdeckt. Nun, erzählt Holzner, sei das Biotop aber zum größten Teil verschwunden.

Das bestätigt der Geschäftsführer der Rohrdorfer Umwelttechnik, Herwig Glössl. Dies sei ein wiederkehrendes Phänomen: Das Wasser fließe im Zuge der Steinbrucharbeiten immer wieder ab, sammle sich dann erneut an und locke so die Tiere her. Im März wurden deswegen bereits Frösche umgesiedelt. Für die geplante Baurestmassendeponie werde man im Vorfeld – so verlangt es das Gesetz – ein alternatives Biotop im Nahbereich des Steinbruchs errichten. Sollte die Deponie dann gebaut werden, siedeln Biologen die Tiere um, erklärt Glössl.

Die BI habe dennoch die Bergwacht eingeschaltet. Gemeinsam will man in dieser Causa bei der BH Anzeige erstatten. Am Montagabend fand ein informelles Gespräch zwischen Gemeinderäten und BI statt, von dem sich letztere einen „Schulterschluss mit den Kommunalpolitikern gegen die Baurestmassen“ erwartet, so Holzner. (jazz)

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