Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.04.2019


Bezirk Landeck

Negative Gutachten zur Ski-Ehe mit Kaunertal

Nachdem das Verfahren für die Skiverbindung Langtaufers-Kaunertal 2018 neu aufgerollt wurde, wurde das Projekt ein zweites Mal beurteilt.

Geplant ist eine Verbindung vom Kaunertaler Gletscher nach Südtirol.

© SchranzGeplant ist eine Verbindung vom Kaunertaler Gletscher nach Südtirol.



Von Matthias Reichle

Kaunertal, Langtaufers – Die Skiverbindung zwischen dem Kaunertaler Gletscher und Langtaufers im Südtirol steht unter keinem guten Stern – das geht aus einer Anfrag­e der Grünen im Südtiroler Landtag hervor. Laut der Antwort von Landesrätin Maria Hochgruber Kuenze wurde das Projekt erneut vom Umweltbeirat und einer „sozioökonomischen Kommission“ untersucht – beide Gutachten waren negativ.

Allerdings gab es, wie sich herausstellte, bei der Komission einen Befangenheitsverdacht bezüglich eines ihrer Mitglieder, weshalb diese Projektprüfung nun wiederholt werden muss. Die Gruppe aus drei externen Experten wurde inzwischen neu bestellt.

Der Umweltbeirat hatte das Projekt bereits im November des Vorjahres negativ beurteilt. Er begründete seine Entscheidung damit, dass es sich beim betroffenen Gebiet um ein „hochsensibles“, bisher „weitestgehend unberührtes Seitental des Langtauferer Tales“ handle. „Die Modellierung des Bergkammes am Karlesjoch zur Einbettun­g der Bergstation und dessen Durchstich mit dem Tunnel sind ein Gewaltakt der technischen Machbarkeit im sensiblen, vom Perma­frost gekennzeichneten hochalpinen Raum“, heißt es im Text.

Damit bestätigte das Gremium sein Urteil von 2017 – es war Grundlage für die erste Ablehnung des Projekts durch die Südtiroler Landesregierung.

Die Skiverbindung hat ein­e turbulente Vorgeschicht­e. Damals war es ein Mitglied des Umweltbeirates, das befangen gewesen sein soll – wie sich allerdings erst nach Abschluss des Verfahren herausgestellt hatte. Der Regierungs­beschluss wurde deshalb 2018 aufgehoben und die Gremien erneut mit der Prüfun­g beauftragt.

Der Oberländer Gletscherbahn sind die neue­n Gutachten bekannt, wie Geschäftsführer Paul Jakomet erklärt. Es ändere aber nichts an den Plänen. „Das Tal steht hinter dem Projekt. Wir hoffen, dass die Südtirole­r Landesregierun­g bald entscheidet.“

Bis ein neues Gutachten der „sozioökonomischen Kommission“ vorliegt, werde es allerdings noch etwas dauer­n, betont Giorgio Gottardi vom Amt für Landesplanung des Landes Südtirol. Genehmigt oder abgelehnt wird die Skiverbindung dann wieder von der Südtiroler Landesregierung auf Grundlage der neue­n Gutachten.