Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Radar spült Geld in die Stadtkasse Kitzbühel

Die Radarkästen in der Stadt Kitzbühel bewähren sich. Schon jetzt wurden über 1000 Schnellfahrer erwischt.

Die aufgestellten Radarkästen in Kitzbühel haben sich in kaum drei Monaten schon fast amortisiert.

© Harald AngererDie aufgestellten Radarkästen in Kitzbühel haben sich in kaum drei Monaten schon fast amortisiert.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Seit Ende Jänner blitzt es in Kitzbühel, und das ordentlich. Die Stadt hat vier Radarkästen aufgestellt, wobei nur ein Messgerät abwechselnd in den Kästen verbaut ist. Schon jetzt ist eine beachtliche Zahl an Schnellfahrern ins Netz gegangen. Bei den genauen Zahlen hält sich die Stadt allerdings zurück. Offiziell wird trotz eines hohen Toleranzwertes von über 1000 Anzeigen und Abmahnungen gesprochen. Unter der Hand ist von einer deutlich höheren Zahl die Rede.

„Die Verkehrsteilnehmer betätigen sich sehr aktiv an der Finanzierung der Straßenbauvorhaben in Kitzbühel“, ließ etwa Verkehrsreferent Hermann Huber bei der jüngsten Kitzbüheler Gemeinderatssitzung wissen. Mehr Details gibt’s über die Aufteilung der Schnellfahrer in Nationen. Schon im Vorfeld wurde die Befürchtung geäußert, dass vor allem die Einheimischen abgezockt werden sollen. Das dementiert Stadtpolizei-Chef Peter Burgmann auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung.

Der Anteil der Einheimischen beträgt etwa 25 Prozent, der Löwenanteil entfällt auf Lenker aus Deutschland mit über 40 Prozent. Holländer, Italiener und weitere ausländische Autolenker fallen in der Statistik kaum auf. „Der Rest verteilt sich auf Kennzeichen zwischen Vorarlberg und Wien“, schildert Burgmann.

Die Radarkästen sind im Stadtgebiet auf Gefahrenbereiche verteilt. Jeweils einer steht bei der Volksschule und im Bereich der Neuen Mittelschule, zudem sind zwei in der Badhaussiedlung installiert. Ob ein Kasten besonders viele Raser erwischt, kann Burgmann noch nicht sagen, „da müssen wir noch etwas warten, um wirklich konkrete Aussagen treffen zu können“. Der Strafrahmen reicht von einer Ermahnung und kann bis zu 2180 Euro und bis zum Führerscheinentzug reichen. In knapp drei Monaten gibt es auch schon einen Spitzen­reiter, er wurde mit 69 km/h in der 30er-Zone geblitzt. (aha)