Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Bezirk Landeck

Schwierige Suche nach Nachfolger für Stanzer Bürgermeister

Nach dem Tod des Stanzer Bürgermeisters beginnt nun die Suche nach einem Nachfolger. Am 7. Juli soll gewählt werden.

In Stanz soll am 7. Juli ein neuer Bürgermeister gewählt werden.

© toni zangerlIn Stanz soll am 7. Juli ein neuer Bürgermeister gewählt werden.



Von Matthias Reichle

Stanz – Der Stanzer Vizebürgermeister Ferdinand Beer spricht von einem „Schock“ im Dorf – der frühe Tod von Bürgermeister Martin Auer hat in der kleinen Gemeinde oberhalb von Landeck eine Lücke gerissen und ist zwei Wochen nach der Beerdigung noch sehr präsent. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach einem Nachfolger. Der Vize, der in der Zwischenzeit die Gemeinde führt, spricht von einer „schwierigen Suche“.

In Absprache mit der Gemeinde hat die Bezirkswahlbehörde nun einen Termin für die Neuwahl festgelegt: den 7. Juli.

Rund eineinhalb Monate (bis zum 7. Juni) haben die Fraktionen nun Zeit, einen Kandidaten aufzustellen, erklärt Beer: „Momentan ist noch alles offen.“

Martin Auer war 2016 der einzige Bürgermeisterkandidat. Er ist damals für die Heimat- und Bürgerliste Stanz angetreten, der auch Beer angehört: „Ein Antreten muss man sich sehr genau überlegen“, betont dieser – das Amt sei mit viel Arbeit verbunden, und auch das Privatleben sei betroffen. Er selbst habe „keine Ambitionen“. Man will auch niemanden drängen.

Laut Tiroler Gemeindewahlordnung darf „jede Gemeinderatspartei eines ihrer Mitglieder zur Wahl des Bürgermeisters vorschlagen“. Neben der Heimat- und Bürgerliste Stanz, die sechs Sitze im Gemeinderat hat, kann auch die Junge Alternative Liste Stanz – mit 5 Sitzen – einen eigenen Kandidaten benennen.

Trotz Wahltermin ist derzeit allerdings offen, ob die Stanzer überhaupt zu den Wahlurnen gerufen werden. Sollte sich nämlich kein Kandidat aufstellen lassen, gibt es keine Volkswahl. Der Gemeinderat würde in diesem Fall intern eines seiner Mitglieder wählen. In Kauns war das der Fall, als vor zwei Jahren der Bürgermeister zurückgetreten war.

Auch Beer kann dem etwas abgewinnen: „Um den Frieden im Dorf zu wahren, wäre das sinnvoll“, glaubt er. Gespräche dazu hätte es aber noch nicht gegeben.