Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.04.2019


Osttirol

Regiobusse fahren in Osttirol nach neuem System

Ab 2. Mai gibt es die „Regiobusse neu“: Drei statt sechs Linien, ein Stundentakt und billigere Einzelfahrten.

Der „Sprinter“ ist ein Kleinbus mit 13 Sitzplätzen. Er ist ab 2. Mai beim Regioverkehr im Einsatz.

© OblasserDer „Sprinter“ ist ein Kleinbus mit 13 Sitzplätzen. Er ist ab 2. Mai beim Regioverkehr im Einsatz.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Schneller, billiger und einfacher: So soll das Lienzer Regiobus-System künftig mehr Fahrgäste anlocken als zuvor. Das bisherige Konzept, das es seit zweieinhalb Jahren gibt, hat nämlich so wenig Anklang gefunden, dass böse Zungen oft genug von „Geisterbussen“ sprachen, die leer durch Lienz fahren.

Ab 2. Mai wird alles besser, versprechen die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Alexander Jug, Geschäftsführer der Verkehrsverbundes Tirol (VVT). „Die Buslinien werden von sechs auf drei reduziert, es wird einen übersichtlichen Stundentakt geben, und am Abend und samstags fahren die Busse länger“, fasst Jug die Hauptpunkte des neuen Systems zusammen. „Der Schülerverkehr wird nach einem eigenen Zeitplan abgewickelt und die Routen an die Vorgaben der Schulen angepasst“, führt Blanik aus. Das kommt auch in den neuen Fahrplan-Foldern zum Ausdruck: Die Schülerbuslinien sind dort mit einem zusätzlichen „S“ gekennzeichnet.

So wie schon bisher sind die Gemeinden Amlach, Tristach, Gaimberg und Thurn in das Bussystem eingebunden. Die Linie 1 verbindet die Tristacher Dorfstraße bei „Polösling“ über den Lienzer Bahnhof mit der Zettersfeld-Talstation in Gaimberg. Die Linie 2 fährt vom Amlacher Ulrichsbichl über den Bahnhof ebenfalls zur Zettersfeld-Talstation. Die Linie 3 hat eine Endstation am Falkensteinerweg in Lienz, die andere bei der Kirche in Thurn. Mindestens eine Buslinie fährt beim Krankenhaus, beim Wohn- und Pflegeheim und beim Friedhof in St. Andrä vorbei. Im Sommer werden die Linien 1 und 2 bis zum Tristacher See hinauf verlängert.

Neu ist auch der Kleinbus, „Sprinter“ genannt. Zwei dieser Fahrzeuge wurden angeschafft. Sie kommen dort zum Einsatz, wo kleinere und wendigere Fahrzeuge gefragt sind, etwa in Grafendorf.

Eine weitere gute Nachricht hält Alexander Jug für die Lienzer Öffi-Benutzer bereit: Die Einzelfahrt wird nicht mehr zwei Euro, sondern nur noch 1,30 Euro kosten, auch über die Lienzer Stadtgrenze hinaus. Das System selbst wird allerdings teurer als bisher: „Wir rechnen pro Jahr mit Mehrausgaben von 169.000 Euro“, erklärt Bürgermeisterin Blanik. Die Gesamtkosten betragen 474.000 Euro. Das Land Tirol bzw. der VVT helfen kräftig bei der Finanzierung, sie tragen bis zu 51 Prozent der Kosten. Auch die Lienzer Bergbahnen und der Tourismusverband Osttirol zahlen mit. Apropos Zahlen: Ab 2. Mai wird gezählt, wie viele Fahrgäste die „Regio­busse neu“ benutzen.