Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.04.2019


Osttirol

Kaum mehr Hoffnung auf neue Piste in Kals

Die Schultz Gruppe plante in Kals eine zusätzliche Skiabfahrt, der Einspruch des Landesumweltanwalts brachte das Projekt zu Fall. Das letzte Wort in dieser Causa ist aber noch nicht gesprochen.

Die Kalser Seite der Skischaukel Kals-Matrei, im Vordergrund die Talstation. Die geplante Gornerpiste, die das Landesverwaltungsgericht nun gekippt hat, sollte eine Alternative zu einem Skiweg werden.

© EXPA/ Johann GroderDie Kalser Seite der Skischaukel Kals-Matrei, im Vordergrund die Talstation. Die geplante Gornerpiste, die das Landesverwaltungsgericht nun gekippt hat, sollte eine Alternative zu einem Skiweg werden.



Von Catharina Oblasser

Kals am Großglockner – Das Skigebiet Kals-Matrei, das zur Gruppe des Zillertaler Liftunternehmers Heinz Schultz gehört, sollte eine zusätzliche Abfahrt bekommen: die so genannte „Gornerpiste“ auf Kalser Seite.

„Wir wollten sie als Alternative zum jetzigen Skiweg errichten“, sagt Heinz Schultz im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Der Skiweg wäre dann die Option für Anfänger gewesen, die steile Gornerpiste für Profis.

Im November 2018 hat die Bezirkshauptmannschaft Lien­z die nötigen Bewilligungen dafür erteilt. Doch die Landesumweltanwaltschaft legte dagegen Beschwerde ein, so landete der Akt beim Landesverwaltungsgericht. Fazit: Die Beschwerde war erfolgreich, was bedeutet, dass die Gornerpiste nicht gebaut werden darf.

„Wir haben nun sechs Wochen Zeit, um über eine außerordentliche Revision nachzudenken", so Heinz Schultz 
(Liftunternehmer).
„Wir haben nun sechs Wochen Zeit, um über eine außerordentliche Revision nachzudenken", so Heinz Schultz 
(Liftunternehmer).
- Oblasser

„Leider muss die Entscheidung zur Kenntnis genommen werden“, zeigt sich Projektbetreiber Heinz Schultz betrübt. Weiter meint er: „Schade, dass die Umweltanwaltschaft die Weiterentwicklung des Ortes Kals verhindert. Es ist für Kals und für die Ortschaft sicherlich eine sehr schwierige Entscheidung, aber diese ist zu akzeptieren.“

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Der Landesumweltanwalt hatte in seiner Beschwerde gemeint, dass es sich bei der vorgesehenen Fläche um ein „labiles Gebiet“ im Sinne der Alpenkonvention handle. Ein mächtiges Argument, dem sich das Landesverwaltungsgericht anschloss. Die Piste im Gornerwald bleibt nach Ansicht des Richters also tabu.

Die Kalser Bürgermeisterin Erika Rogl drückt ihre Enttäuschung über das gerichtliche „Nein“ zur neuen Abfahrt aus: „Die Gornerpiste hätte unser Skigebiet wesentlich aufgewertet und wäre für unsere Gäste eine große Attraktivierung gewesen“, bedauert sie. In den letzten Jahren war Kals immer wieder die nächtigungsstärkste Gemeinde Osttirols, das zusätzliche Pistenangebot hätte diese Stellung gefestigt.

Doch noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, ein letztes Rechtsmittel gibt es: „Wir haben nun sechs Wochen Zeit, um über eine außerordentliche Revision nach- zudenken“, sagt Schultz, der das mit Bürgermeistern und Partnern besprechen will.

Neuer Lift in Großdorf bewilligt

Im Skigebiet Kals-Matrei wird auf Kalser Seite ein neuer Lift gebaut. Die seilbahnrechtliche Verhandlung hat erst kürzlich vor Ort stattgefunden und ist positiv verlaufen, erklärt die Kalser Bürger­meisterin Erika Rogl. Bei der neue­n Aufstiegshilfe handelt sich um einen modernen, kuppelbaren und mit Wetterschutzhauben ausgestatteten Sechser-Sessellift, der vom Kalser Ortsteil Großdorf hinauf zum so genannten Ganotzeck führt. Die Bagger sind schon aufgefahren. Der Name der neuen Bahn lautet „Glocknerblick" und stellt laut Rogl eine perfekte Ergänzung zu den bereits vorhandenen Liften dar. (co)