Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Grüne fordern umfassendes Rad- und Gehwegkonzept

Die St. Johanner Grünen haben im Gemeinderat zahlreiche Vorschläge eingebracht. Der Verkehrsausschuss soll sich nun damit befassen.

Bei „Bärnstetten“ ist nur ein Schotterweg als Gehweg ausgewiesen, der gehört laut Gemeinderätin Maria Strele asphaltiert.

© Die Grünen St. JohannBei „Bärnstetten“ ist nur ein Schotterweg als Gehweg ausgewiesen, der gehört laut Gemeinderätin Maria Strele asphaltiert.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Eineinhalb Jahr lang hat die Ortsgruppe der Grünen in St. Johann Themen für eine Verbesserung des Rad- und Fußgängerverkehrs in der Marktgemeinde gesammelt. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ein Antrag mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen eingebracht.

Darin fordern die Grünen u. a. die Erstellung eines tiefgehenden Rad- und Gehwegkonzepts für den ganzen Ort. „Neue Geh- und Radwege sollen umgesetzt, Risikostellen, ‚verendete‘ Gehsteige und Gehewege erhoben und ein Maßnahmenkatalog erstellt werden“, erklärt Gemeinderätin Maria Strele.

Anstatt jedes Mal für jede Maßnahme einen eigenen Antrag zu stellen, hat sich Strele entschieden, einen ganzen „Maßnahmenkatalog“ vorzulegen. Der Verkehr sei in Österreich nämlich das Hauptproblem für das Erreichen der Klimaziele, denn den habe man nicht wirklich im Griff. In St. Johann sei schon einiges geschehen und die Gemeinde sei auch sehr gewillt, aber bei allen Neubauten sollten auch Geh- und Radwege mitgebaut werden. Versäumt worden sei das zum Beispiel beim Kaiserweg hin zur Wohnsiedlung. „Grundsätzlich ist St. Johann für Radfahrer und Fußgänger sehr unattraktiv“, merkt auch Ersatzgemeinderat Andreas Schramböck an.

Im Antrag der Grünen stehen aber auch viele konkrete Vorschläge: Sie fordern unter anderem eine Rad- und Fußweganbindung vom Eggerwerk Richtung Ort und eine Asphaltierung des Schotterweges bei Bärnstetten. Strele: „Ansonsten können Rollstuhlfahrer, Kinderwägen, Radfahrer nur erschwert vorankommen.“ Beim Neubauweg fehle etwa eine ausreichende Beleuchtung des Geh- und Radweges und der Zebrastreifen beim Bahnhof sei zu Stoßzeiten auf Grund der schlechten Einsichtswinkel nur unter erhöhter Gefahr zu überqueren, ebenso wie der Fußgängerübergang in der Kaiserstraße auf Höhe Steinlechnerparkplatz. Aber auch Gefahrenstellen gehören laut den Grünen beseitigt: etwa beim Gehsteig an der Bundesstraße beim Spar-Markt. „Durch abruptes Linksführen mit einem hohen Absatz des Gehsteiges für den Radverkehr unmittelbar am Ende des gemeinsamen Geh- und Radweges ist es hier sehr gefährlich“, zeigt Strele auf. Sie wisse von einem Radfahrer, der hier verunfallt und auf der Fahrbahn zum Liegen gekommen sei.

„Wohin führt der kombinierte Fuß- und Radwegübergang B 178 Höhe Intersport?“, fragt sich die Gemeinderätin: „Für die Radfahrer ist dort unerwartet Schluss. Ist an eine Fortsetzung des Radweges gedacht? Es existiert neuerdings eine Ampel mit Radsymbol vom Assmannweg/Intersport über die B 178 zum Grundstück Kwizda. Dort gibt es keine Fortsetzung des Radweges, eine Führung über die Achenpromenade wäre einzurichten.“

Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden schließlich einstimmig an den Verkehrsausschuss zur Überprüfung weitergeleitet.

Gemeinderätin Maria Strele und Ersatzgemeinderat Andreas Schramböck mit den Verbesserungsvorschlägen für St. Johann.
Gemeinderätin Maria Strele und Ersatzgemeinderat Andreas Schramböck mit den Verbesserungsvorschlägen für St. Johann.
- Michael Mader