Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.04.2019


Landespolitik

Kurze Nachdenkphase rund um Igler Wohnprojekte

Auch die umstrittene Wohnanlage Am Bichl 3 wurde am Donnerstag von der Tagesordnung des Gemeinderats gekippt. Entscheidung soll bald folgen.

Vorerst liegt die Entscheidung, ob das Projekt Am Bichl 3 in Igls kommt oder nicht, auf Eis.

© Foto TT/Rudy De MoorVorerst liegt die Entscheidung, ob das Projekt Am Bichl 3 in Igls kommt oder nicht, auf Eis.



Von Marco Witting

Innsbruck – Die Abstimmung über die Wahlordnung (siehe Kasten unten) war nicht der einzige Tagesordnungspunkt, der am Donnerstag im Innsbrucker Gemeinderat kurzfristig ausfiel. Auch das so genannte „Bichl 3“-Wohnbauprojekt in Igls wurde einigermaßen ausgesetzt. Hier gibt es jetzt so etwas wie eine zweiwöchige Nachdenkpause. In dieser Zeit will BM Georg Willi noch einmal die Unterlagen der Stadtplanung sichten und intensiv prüfen, ob nicht doch (wie im Stadtteilausschuss vielfach gefordert) der Standort am Gletscherblickweg günstiger wäre.

„In vertretbar kurzer Zeit“ soll das geschehen, wie Willi auf Anfrage gestern erklärte. Hintergrund dafür sei auch der Zusammenhang mit dem Widumsprojekt – die TT berichtete. Der Bürgermeister möchte sich auch vor Ort noch einmal etwa die Zufahrtsmöglichkeiten ansehen. Ausgelöst hat die Nachdenkphase der Widerstand in Igls gegen das Projekt. Lucas Krackl, Klubobmann Für Innsbruck und Vorsitzender im Bauausschuss, kündigte gestern an, die Entscheidung jedenfalls zu unterstützen. „Auch der Standort am Gletscherblick ist in Ordnung.“ Wichtig sei jedenfalls, „dass es in Igls leistbaren Wohnraum gibt.“

FPÖ-Stadtrat Rudi Federspiel zeigte sich „froh“, dass es in der Stadtregierung ein Umdenken gebe und jetzt die Alternative geprüft werde. „Ich hoffe, dass es nicht ausgerechnet ein grüner Bürgermeister ist, der den Wald dort opfert.“

Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und die Agrargemeinschaft Igls hatten sich eigentlich zu einem Deal durchgerungen: Die Agrar verkauft deutlich unter Marktwert rund 7000 Quadratmeter an die IIG, die wiederum 50 Wohnungen errichtet. 65 Prozent davon laufen als Stadtwohnungen, 35 Prozent als Eigentumswohnungen, die zu leistbaren Preisen an Igler vergeben werden.