Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.05.2019


Bezirk Kitzbühel

Sechs Millionen Euro fließen in die Straßen des Bezirks

Das Baubezirksamt hat die wichtigsten Bauvorhaben für heuer vorgestellt. Mit gröberen Verkehrsproblemen sei nicht zu rechnen.

An der Pass-Thurn-Straße in Aurach wird auch weiterhin fleißig gebaut. Unter anderem muss die Straße auf einer Strecke von 400 Metern wegen der Entwässerung in die entgegengesetzte Richtung geneigt werden.

© Michael MaderAn der Pass-Thurn-Straße in Aurach wird auch weiterhin fleißig gebaut. Unter anderem muss die Straße auf einer Strecke von 400 Metern wegen der Entwässerung in die entgegengesetzte Richtung geneigt werden.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Im Bezirk Kitzbühel wird in diesem Jahr im Bereich der Landesstraßen kräftig saniert und teilweise auch neu gebaut. Der Leiter des Baubezirksamtes Kufstein, Erwin Obermaier, und der für den Straßenbau zuständige Fachbereichsleiter Jürgen Wegscheider präsentierten in der Straßenmeisterei in St. Johann die wichtigsten Bauvorhaben.

„Wir müssen die B161, die Pass-Thurn-Straße, in den nächsten Jahren mehr im Auge haben“, kommentiert Wegscheider die umfangreichen Arbeiten gerade in diesem Bereich. So wird etwa die Ostdurchfahrt von Jochberg heuer und auch im nächsten Jahr das Baubezirksamt beschäftigen.

Im Bereich von Aurach wiederum wird dann im Herbst vom Ortsbeginn bis Langau der etwas in die Jahre gekommene Straßenbelag saniert. Neu gebaut werden muss ein etwa 400 Meter langes Teilstück der Pass-Thurn-Straße bei Aurach, weil die Straße in die „falsche“ Richtung hängt. „Hier geht es um aktuelle wasserrechtliche Entwicklungen. Die Entwässerung muss jetzt in die entgegengesetzte Richtung erfolgen“, erläutert Obermaier. Ein Baulos, das immerhin mit 1,6 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Entlang der Brixentalstraße (B170) wird es zwei Sanierungen geben: einerseits bei der ÖBB-Unterführung in Hopfgarten Richtung Kelchsau, andererseits im Bereich Sinnwell bis zum Lebenbergtunnel in Kitzbühel. Bei Letzterem finden die Arbeiten bis Ende Mai in der Nacht statt.

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Auf der Kössener Straße wird im Frühjahr in Kirchdorf im Bereich Gasteig die Griffigkeit der Fahrbahn verbessert und in Kössen von Klausen bis Klobenstein der Belag saniert. Derzeit ist dort bis Ende Mai kein Grenzübertritt möglich, weil auf deutscher Seite ebenfalls die Fahrbahn saniert wird. „Die bayerischen Kollegen machen es sich allerdings sehr leicht. Die führen solche Arbeiten nur unter einer Vollsperre durch“, sagt Obermaier.

Bis Ende Juni sollte die Grenzbrücke St. Johann/Fieberbrunn auf der Hochkönigstraße (B164) fertig gestellt sein. Damit dürfte dann auch ein Dauerunfallhäufigkeitspunkt durch den „Knick“ in der alten Brücke beseitigt sein, hofft Wegscheider. Auf der Oberwasserseite wird noch zusätzlich ein Geh- und Radweg errichtet.

Ebenfalls auf der B164 wird an der Entwässerung der ÖBB-Unterführung in St. Johann gearbeitet. Wegscheider: „Bei Starkregen ist die Unterführung mehrmals im Jahr unter Wasser gestanden. Dafür haben wir von den ÖBB die Zwickelfläche zur Straße hin angekauft und bauen dort ein Regenwasser-Retentionsbecken.“

Nicht gänzlich unumstritten ist der Neubau der Kohlhoferbrücke auf der Reither Straße (L202) bei Reith. Wie berichtet, wurde ein Landwirt nach einem jahrelangen Rechtsstreit enteignet. Obermaier will das nicht weiter kommentieren: „Nur so viel. Unsere Aufgabe ist es, für die Verkehrssicherheit zu sorgen.“ Dies soll nun mit dem mehr als zwei Millionen Euro teuren Neubau erfolgen. Wegen des schlechten Untergrunds mussten Pfähle mit einem Durchmesser von 1,2 Metern rund 30 Meter tief in den Boden geschlagen werden. Bis Ende Juni sollten die Arbeiten beendet sein.

Ebenfalls bis zu diesem Zeitpunkt dürfte der Neubau der Kehlbachbrücke in Hopfgarten an der Kelchsaustraße (L205) abgeschlossen sein. Sie erhält laut Baubezirksamt ein neues Tragwerk. Für die Dauer der Bauarbeiten kommt die Ersatzbrücke des Landes zum Einsatz.

In Summe schlagen alle im heurigen Jahr anstehenden Sanierungen und Neubauten mit fast sechs Millionen Euro zu Buche.

Nicht kommentieren wollten Obermaier und Wegscheider das ungelöste Problem der Kreuzung in Going beim Stanglwirt. Für die kritisierte Zufahrt in St. Johann zur Firma Forstinger vom Ortszentrum aus ziehe man eventuell eine Erschließung von einer anderen Seite in Betracht. Den gesamten Umbau will Wegscheider aber als Erfolgsprojekt verbucht wissen.

Abwarten heißt es bei weiteren möglichen Lösungen des Verkehrsproblems in der Marktgemeinde. Verkehrsexperte Klaus Schlosser hat dazu eine Studie erstellt, die er im Oktober des Vorjahres zusammen mit Christian Molzer, Leiter der Abteilung Verkehr und Straße beim Amt der Tiroler Landesregierung, und Baubezirksamtsleiter Obermaier den St. Johanner Gemeinderäten präsentierte. „Da müssen wir jetzt die künftigen Gremien in St. Johann abwarten“, spricht Obermaier die kommende Bürgermeisterwahl an.