Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Bezirk Kitzbühel

18.500 Unterschriften für das Spital in St. Johann

Der Betriebsrat des Krankenhauses und politische Fraktionen sprechen von einem Skandal und sind gegen die Schließung der Kinderstation.

Robert Wurzenrainer, Christoph Schellhorn, Christian Rass, Claudia Hagsteiner und Christoph Pichler (vorne von links) und Teile der Belegschaft des Krankenhauses St. Johann präsentieren die Unterschriften.

© Michael MaderRobert Wurzenrainer, Christoph Schellhorn, Christian Rass, Claudia Hagsteiner und Christoph Pichler (vorne von links) und Teile der Belegschaft des Krankenhauses St. Johann präsentieren die Unterschriften.



Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Als die geplante Schließung der Kinderstation am Krankenhaus St. Johann öffentlich wurde, sind insgesamt vier Petitionen bzw. Unterschriftenaktionen gestartet worden: Sowohl die beiden Betriebsräte des Spitals, Christian Rass und Christoph Schellhorn, setzten sich für den Erhalt der Station ein wie auch FPÖ-Bezirksparteiobmann Robert Wurzenrainer, der Obmann der Jungen ÖVP im Bezirk Christoph Pichler und SPÖ-Landtagsabgeordnete Claudia Hagsteiner.

Das Ergebnis hat die Initiatoren jetzt aber doch überrascht. „Insgesamt konnten 18.538 Unterschriften und Unterstützungserklärungen gesammelt werden und es werden von Tag zu Tag mehr. Man sieht deutlich, dass es den Leuten ein Anliegen ist“, erklärt Rass. 9901 Unterzeichner sind gegen langfristige negative Auswirkungen am Bezirkskrankenhaus St. Johann und weitere 8637 sind im Speziellen gegen die Schließung der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde. Und das, obwohl es sich hauptsächlich um „regionale“ Unterschriften handle. Rass: „Hauptsächlich aus dem Bezirk Kitzbühel, aber auch aus dem Pinzgau und den Nachbarorten des Bezirkes Kufstein.“

Die Listen werden nun gesammelt im Vorfeld der finalen Verhandlungen Mitte Mai an Gemeindeverbandsobmann Paul Sieberer übergeben.

Ausgestanden ist für die Initiatoren der Protestaktion nämlich noch gar nichts: „Landesrat Bernhard Tilg hat nur gesagt, dass der stationäre Betrieb der Kinderstation erhalten bleibt. Heißt das auch, dass wir noch alle 14 Betten haben?“, fragt sich Rass. Eine Reduktion der Betten hätte auch Auswirkungen auf andere Abteilungen des Krankenhauses. Für den Betriebsrat ist es wichtig, „dass die Fächerstruktur so bleibt, wie sie ist, damit das Krankenhaus weiterhin wirtschaftlich geführt werden kann“.

Die Initiatoren der Unterschriftenlisten bezeichnen die Ankündigung der Schließung der Kinderstation durch Tilg ohnedies als Skandal. Für den Leiter der Station, Franz-Martin Fink, ist dies sogar Rufschädigung: Man habe das Gefühl vermittelt, dass die Station nicht rentabel sei, und dadurch einen Reformdruck in der Bevölkerung erzeugt. „Wir sind nahe an der Vollauslastung und haben auch kein personelles Problem. Das Budget für das Jahr 2018 betrug 2,9 Millionen Euro und ist zu 95 Prozent abgedeckt. Die Kinderabteilung verursacht eigentlich keine Kosten“, behauptet Fink.

Die Liste Fritz will übrigens im nächste Woche stattfindenden Mai-Landtag einen Dringlichkeitsantrag zum Erhalt der Kinderstation einbringen.