Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.05.2019


Tirol

Bedarf an Hebammen in Tirol steigt

Nicht alle Stellen können derzeit besetzt werden. Liste Fritz ortet Nachholbedarf bei Gehalt und Anreizsystemen.

Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.

© Foto TT / Rudy De MoorListe-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.



Innsbruck – Mit Stand Ende März dieses Jahres waren an der Klinik Innsbruck zweieinhalb und am Krankenhaus Zams drei Stellen für Hebammen unbesetzt. Das ergab jetzt eine Anfragebeantwortung durch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) an die Liste Fritz. Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider ortet nach Rücksprache mit langjährig tätigen Hebammen eine akute „Hebammennot“ im Land.

Tilg seinerseits begründet die Schwierigkeit, neue Hebammen zu finden, unter anderem mit Pensionierungen und der Zunahme an Teilzeitbeschäftigungen infolge von Karenzzeiten. Zum gestiegenen Bedarf an Hebammen im Land hätten außerdem geänderte gesundheitspolitische Entwicklungen sowie ein verbreitertes Leistungsspektrum beigetragen. Jedoch habe das Land bereits insofern reagiert, als dass auf Grundlage einer Bedarfsanalyse nicht nur die Ausbildungsplätze aufgestockt, sondern auch seit dem Jahre 2018 an der FH Gesundheit nicht mehr im drei-, sondern zweijährigen Rhythmus ausgebildet werde. Pro Ausbildungsbeginn stünden 25 Plätze frei, die Anmeldezahlen lägen zwischen 230 bis 250 Bewerbungen. Tilg schätzt, dass der jährliche Neubedarf an Fachhochschulabsolventinnen von 18 (2018) auf 21 im Jahr 2024 steigen wird.

Dass bei Ausbildung und Kapazitäten nachgebessert wurde, lobt Haselwanter-Schneider. Dennoch brauche es weitere Anreizsysteme: „Tilg wird nicht daran vorbeikommen, die Tiroler Hebammen finanziell besserzustellen und weitere Anreize zu schaffen.“ Bei den Einstiegsgehältern liegt Tirol im Bundesländervergleich an sechster Stelle. Für die Liste Fritz braucht es Visionen und Strategien für die Rekrutierung von Hebammen. Tilg lasse diese vermissen, so die oppositionelle Kritik. (mami)