Letztes Update am Sa, 04.05.2019 07:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tiroler Soziale Dienste

TSD soll wieder auf Kurs gebracht werden: Flüchtlingsheime sperren zu

Mit 1. Juli wird der erfahrene Sozialmanager Johann Aigner neuer Chef der Tiroler Sozialen Dienste (TSD). Aufgrund der rückläufigen Zahlen bei Flüchtlingen in Betreuung sperren Ende Juli mehrere Heime zu.

Johann Aigner hatte zuletzt das AufBauWerk geleitet.

© AufBauWerkJohann Aigner hatte zuletzt das AufBauWerk geleitet.



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Das Ruder wird Johann Aigner (49) erst mit 1. Juli tatsächlich in die Hand nehmen, dennoch hat er bereits klare Vorstellungen, wo er mit der in den vergangene­n Monaten so gebeutelten Flüchtlingsgesellschaft, der Tiroler Sozialen Dienste GmbH (TSD), hinmöchte: „Ich will das Schiff wieder auf Kurs bringen.“

Aigner tritt mit seiner Bestellung die Nachfolge des geschassten TSD-Chefs Harald Bachmeier an. Rund um die Flüchtlingsgesellschaft des Landes hat es in den vergangenen Jahren Vorwürfe der Misswirtschaft und Steuergeldverschwendung gegeben, die letztlich zur Neuausschreibung des TSD-Geschäftsführerpostens geführt und politisch in der Einrichtung eines Untersuchungsausschusses des Landtages gegipfelt haben. Kommende Woche werden die Mitglieder des U-Ausschusses gewählt, binnen zweier Wochen hat die konstituierende Sitzung stattzufinden. Der U-Ausschuss soll die politische Verantwortung für die TSD-Wirren klären.

„Ich will in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit schauen und mich auf das Operative konzentrieren“, sieht Aigner den U-Ausschuss nicht in seinem künftigen Arbeitsfokus. Dass die TSD als eigenständige Gesellschaft auch künftig Potenzial habe, davon ist Aigner überzeugt. Auch die Mitarbeiter würden über viel Expertise verfügen. So wie Aigner selbst. Seit rund 30 Jahren arbeitet er im Sozialbereich, zuletzt 15 Jahre beim Aufbauwerk. „Aigner verfügt über ein breites Netzwerk“, streut ihm Fischer Rosen. Dass sich um den Posten gleich 15 Bewerber in einem mehrstufigen Auswahlverfahren matchten, wertet die Landesrätin auch als Indiz dafür, dass der Ruf der TSD in Fachkreisen weit besser sei als landläufig angenommen. Mit Aigner gehe es jetzt darum, die TSD zwar einerseits als flexible Organisation im Flüchtlingswesen aufrechtzuerhalten, andererseits aber auch neu zu positionieren. Wie etwa in den Bereichen der Wohnungslosenhilfe oder rund um das Mindest­sicherungs-Wohnen.

Aktuell betreuen die TSD rund 2500 Flüchtlinge, Tendenz sinkend. Die logische Konsequenz: Weitere Flüchtlingsheime werden geschlossen. Geplant ist weiters, die gut 200 Mitarbeiter (130 Vollzeitäquivalente) mit Ende des Jahres auf 80 VZÄ zu reduzieren. Ob dies tatsächlich so kommen wird, hängt von der Flüchtlingsentwicklung ab.