Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.05.2019


Innsbruck

Gasthaus Sandwirt soll für Wohnprojekt weichen

Der Stadtsenat gab grünes Licht für den Kauf des Areals an der Reichenauer Straße durch die IIG. Die FPÖ ist skeptisch.

Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft kauft das Areal mit dem Gasthaus Sandwirt um 2,9 Mio. Euro.

© Foto TT/Rudy De MoorDie Innsbrucker Immobiliengesellschaft kauft das Areal mit dem Gasthaus Sandwirt um 2,9 Mio. Euro.



Von Denise Daum

Innsbruck – 8000 neue leistbare Wohnungen schaffen – das riefen die Innsbrucker Grünen als Wahlkampfansage im Jahr 2018 aus. Bei der Regierungsbildung einigte man sich dann mit den Koalitionspartnern ÖVP, Für Innsbruck und SPÖ schließlich auf 3000 geförderte Wohnungen. Die Regierungsparteien waren es auch, die am Mittwoch in der Stadtsenatssitzung den Kauf eines Grundstücks an der Reichenauer Straße durch die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) befürworteten (die TT berichtete). Kostenpunkt für das 1600 Quadratmeter große Areal, auf dem sich derzeit das Gasthaus Sandwirt befindet: knapp 2,9 Millionen Euro.

Wann welches Projekt konkret dort in weiterer Folge realisiert werden soll, ist noch nicht fixiert. Konkret ist laut Bürgermeister Georg Willi (Grüne) nur, dass die IIG die Fläche kauft. Gemeinderatsbeschluss braucht es dafür keinen, da die IIG als Käuferin auftritt, nicht die Stadt selbst. Damit reicht der mehrheitliche Beschluss im Stadtsenat aus. „Was auf dem Areal dann machbar ist, wird die Zukunft zeigen“, sagt Willi. Das Grundstück liege an einer der wichtigsten Öffi-Achsen der Stadt Innsbruck, die Lage sei städtebaulich sehr gut. „Deshalb entschied sich die IIG auch zum Kauf. Das ist eine sinnvolle Investition.“

Dem Vernehmen nach sollen im unteren Bereich des Neubaus Büro- oder Geschäftsflächen entstehen, in den oberen Geschoßen könnte Wohnraum für Studenten geschaffen werden.

„Studentisches Wohnen ist eine gute Option“, sagt Bürgermeister Willi dazu. Wie viele Stockwerke und welche Dichte der Bau dann schlussendlich haben wird, ist noch offen. „Wir beeinträchtigen an diesem Standort niemanden, wenn wir höher bauen“, erklärt Willi.

Die beiden FPÖ-Stadträte haben sich in der Stadtsenatssitzung der Stimme enthalten. FPÖ-Stadtparteiobmann Rudi Federspiel zeigt sich gegenüber dem Wohnbauprojekt skeptisch. „Scheinbar ist da ein Riesen-Hochhaus geplant. Wir haben zu wenig Informationen, um zustimmen zu können.“ Ein weiteres Zubetonieren der Stadt, wie es die Regierung forciere, werde die FPÖ keinesfalls unterstützen, betont Federspiel.