Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Bezirk Kufstein

Stadtpark Kufstein war nicht mehr „dringlich“

SPÖ blitzte mit einem Gemeinderatsantrag für eine Umplanung des Park-Projekts ab. Die Kaufmannschaft ist von Stadtplänen begeistert.

Der Kufsteiner Stadtpark wird neu gestaltet, über das Wie gibt es Diskussionen.

© OtterDer Kufsteiner Stadtpark wird neu gestaltet, über das Wie gibt es Diskussionen.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Die Umgestaltung des Stadtparks bleibt Thema, bei der Politik genauso wie bei der Kaufmannschaft. Letztere meldete sich nun mit einem Brief zu diesem Thema zu Wort. Nina Neuwirth, Neo-Obfrau der Kaufmannschaft, kann der Initiative der Jungen Generation in der SPÖ (JG) wenig abgewinnen. Diese hatte ja in einer Online-Petition an die 640 Unterschriften gesammelt und verlangt eine Umplanung. „Eine gesunde Mischung aus befestigter Veranstaltungsfläche und Rasen in Verbindung mit mobiler Bepflanzung, genau das ist das Rezept für eine moderne und flexible Innenstadtgestaltung, und genau das ist auch das geplante Konzept für den Stadtpark“, so Neuwirth in einer E-Mail an die Redaktion. Sie hoffe, dass sich die Stadtführung nicht vom geplanten Weg abbringen lasse. „Wenn der Stadtpark – wie von der Jungen SPÖ gewünscht – zu einem Rasen ohne Eventmöglichkeit gemacht wird, hat das grobe Auswirkungen auf die genannten Veranstaltungen und wird mittelfristig die Innenstadt zu Tode beruhigen“, schreibt die Obfrau. Die Kaufmannschaft in der Innenstadt benötige aber Veranstaltungen als „Frequenzbringer“, sprich Aktionen, die potenzielle Kunden in das Zentrum locken.

Das Thema wurde auch am Mittwochabend bei der Kufsteiner Gemeinderatssitzung diskutiert. Alexander Gfäller-Einsank (SPÖ) brachte auf die JG-Petition aufbauend einen dringlichen Antrag ein. Darin verlangt er, dass die Stadt die Pläne ändert und auf Verlegung von Natursteinen im Veranstaltungsbereich verzichtet. Er will, dass diese Bereiche mit Rasensteinen oder Rasenunterbau befestigt werden. Für Gfäller brächte nämlich eine Pflasterung neben dem Verlust von Grünflächen auch eine Erhöhung des Lärmpegels mit sich, außerdem entstünde eine „städtische Hitzeinsel“.

Für seinen „Dringlichen“ erhielt Gfäller-Einsank nur von der grünen Mandatarin Victoria Da Costa Unterstützung. Der Rest lehnte den Antrag ab, er wurde dem Ausschuss zur Beratung zugewiesen. Ob es noch zu einer Kurskorrektur kommt, bleibt abzuwarten. Laut BM Martin Krumschnabel sind die Arbeiten bereits ausgeschrieben. GR Horst Steiner (Bürgerliste) warf Gfäller vor, eine „zwiespältige Position“ einzunehmen, da er 780.000 Euro für den Umbau im Budget zugestimmt habe.