Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Bezirk Kufstein

Deponie-Aus ist ein „Schuss ins eigene Knie“

Der Grundeigentümer will keine Aushubdeponie mehr. Eine Entscheidung, die sich negativ auf das Dorf auswirken wird, meint der Antragsteller.

Auf der Wiese im Bereich Neudorf/St. Gertraudi hätte die Bodenaushubdeponie entstehen sollen. Der Grundeigentümer zog nun jedoch sein Angebot für das Areal spontan zurück. Der Unternehmer sucht nach einer alternativen Lösung.

© HrdinaAuf der Wiese im Bereich Neudorf/St. Gertraudi hätte die Bodenaushubdeponie entstehen sollen. Der Grundeigentümer zog nun jedoch sein Angebot für das Areal spontan zurück. Der Unternehmer sucht nach einer alternativen Lösung.



Von Jasmine Hrdina

Reith i. A. – Haben sich die Reither ins eigene Knie geschossen? Diese Frage dürfte das Knapp-2700-Einwohner-Dorf noch beschäftigen. Denn das Aus für die geplante Bodenaushubdeponie könnte nun erst recht den Schwerverkehr in der Tourismusgemeinde erhöhen.

Wie berichtet, fällt der Plan eines hiesigen Transport- und Erdbewegungsunternehmens, im Bereich Neudorf/ St. Gertraudi eine 47.000 Kubikmeter fassende Bodenaushubdeponie zu errichten, um, weil der Grundeigentümer vorgestern sein Angebot für das Areal plötzlich zurückgezogen hat. „Man hat sicher Druck auf ihn ausgeübt“, ist sich Christoph Madersbacher, GF des antragstellenden Unternehmens, sicher. Zu einem Gespräch mit der TT konnte er sich am Donnerstag zwar nicht durchringen, gestern meldete er sich aber doch noch zu Wort. Er wolle sich nicht von einigen aufgebrachten Bürgern als Buhmann hinstellen lassen. Seine Absicht sei eine gute gewesen.

Weil im Gemeindegebiet mehrere Projekte geplant sind und somit in den kommenden Monaten enorm viel Material aus Baustellen anfallen werde, hätte man mit der ortseigenen Deponie Transportwege und somit Lärm und Emissionen eindämmen können. „Es wären immer nur wenige hundert Meter zur Anlieferung notwendig gewesen“, ärgert sich der Reither darüber, dass seine Pläne nun zunichtegemacht wurden.

Die Kritik von Bürgermeister Johann Thaler, dass die Lkw-Fahrten aus verkehrstechnischer Sicht nur schwer zu genehmigen seien, sieht er als Missverständnis. Im Antrag sei die Zufahrt über den Reither Anger festgehalten, diese diene aber nur dazu, zu den geplanten Aushubstellen (Stichwort Wohnblöcke) zu gelangen.

Damit hätten sich die Projektgegner ihre eigene Grube gegraben, meint Madersbacher. „Jetzt wird ein auswärtiges Unternehmen erst recht quer durchs Dorf fahren müssen, um zu den Baustellen zu gelangen und den Aushub wegzubringen.“

Der Unternehmer wolle noch einmal das Gespräch mit Gemeindevertretern und dem Grundeigentümer suchen, auch ein alternativer Standort stehe im Raum. „Jeder will bauen, aber keiner will für das Material verantwortlich sein“, so Madersbacher. Eine Deponie in Reith sei für den Firmenchef angesichts der vielen anstehenden Wohnbau- und anderer Projekte jedenfalls durchwegs sinnvoll.




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