Letztes Update am Sa, 11.05.2019 06:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordische Ski-WM

Seefeld nachhaltiger als WM in Schladming, Kosten ärgern Platter

Der ÖSV schrieb mit der Nordischen WM in Seefeld knapp eine Mio. Euro Gewinn, die Besucher waren außerordentlich zufrieden. Einzig die “ärgerlichen Mehrkosten“ (Platter) stören die ausgezeichnete Bilanz.

Seit wenigen Tagen liegt die Endabrechnung für die Nordische Ski-WM vor. Und die bereitet in Seefeld Kopfzerbrechen.

© TT/Rudy De MoorSeit wenigen Tagen liegt die Endabrechnung für die Nordische Ski-WM vor. Und die bereitet in Seefeld Kopfzerbrechen.



Von Peter Nindler

Seefeld — Tourismusexperte Hubert Siller (Management Center Innsbruck) bestätigte in seiner gestern präsentierten Imageanalyse, was in Seefeld spürbar war: Die 978 befragten Besucher gaben der Nordischen WM die Note 1,48. Freundlichkeit, Atmosphäre oder die Anreise mit Bus und Bahn wurden als besonders positiv hervorgehoben. 65.400 Gäste besuchten die WM, 204.400 Eintritte wurden gezählt. Sportökonom Martin Schnitzer (Uni Innsbruck) ergänzte die Studie mit den ökonomischen Impulsen. Die regionale Wertschöpfung beziffert er mit 39,1 Mio. Euro.

„Eine bessere Werbung für Seefeld kann man sich für Tirol nicht vorstellen", lobte Tourismusreferent LH Günther Platter „seine Seefelder". In der Kombination Sport und Tourismus sei Tirol die Nummer eins. Hubert Siller geht sogar davon aus, dass die Nordische WM nachhaltiger ist als die Ski-WM 2013 in Schladming. Das würde auch mit der Besucherstruktur und dem längeren Aufenthalt zusammenhängen.

Die enormen Zufriedenheitswerte freuen naturgemäß den örtlichen Organisationschef und WM-Bürgermeister Werner Frießer. „Seefeld hat sich als guter Gastgeber erwiesen." Der Österreichische Skiverband (ÖSV) will nichts weggespart haben, „aber mit dem engen Kostenrahmen ist uns trotzdem eine effiziente und serviceorientierte Durchführung gelungen", stimmte ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner in den Chor der Zufriedenen ein.
Günther Platter will deshalb Seefeld als WM-Ort positionieren und nach einer gewissen Zeit („Wir dürfen die Bevölkerung nicht überfordern") die Nordischen wieder aufs Plateau zu Weltmeisterschaften holen. Die Mehrkosten bei der Infrastruktur — der ÖSV war hingegen für die Durchführung der WM zuständig — stören Platter. Bei künftigen Sportgroßveranstaltungen soll es deshalb von Anfang an großzügigere Budgetrahmen und exaktere Kostenschätzungen geben.

Jetzt wird jedenfalls einmal mit dem Bund über die Aufteilung der zusätzlich entstandenen Kosten von 2,5 Mio. Euro verhandelt. Zuletzt hielt sich die Begeisterung im Sportministerium dafür in Grenzen.