Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Bezirk Kitzbühel

Liste Fritz ortet zu viel Spielraum in St. Johann



„Im Rahmen des Mai-Landtags wollten wir als Liste Fritz endlich Nägel mit Köpfen machen und den vollständigen Erhalt der Kinder- und Jugendstation sichergestellt wissen. Das war den Kolleginnen und Kollegen von ÖVP und Grünen wohl zu viel der Zusicherung", berichtet Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider.

Der Dringlichkeitsantrag der Liste Fritz sei dahingehend abgeändert worden, dass jetzt von einem bedarfsorientierten Programm die Rede ist. Ein klares Bekenntnis sehe anders aus, mögliche Absichten würden verschleiert und eine Schließung der kompletten Kinderabteilung sei damit nur vorerst vom Tisch.

Haselwanter-Schneider: „Was ÖVP und Grüne hier machen, ist schäbig, denn mit den Ängsten und Problemen der Bevölkerung spielt man einfach nicht. Hinter dieser Kinder- und Jugendstation in St. Johann verbergen sich nämlich nicht nur irgendwelche Zahlen- und Rechenspiele, sondern ganz viele besorgte Menschen im Bezirk Kitzbühel."

Eine abgespeckte Version mit ein paar Restbetten werde es mit der Liste Fritz nicht geben. An funktionierenden Krankenhäusern herumzudoktern und Abteilungen schließen zu wollen, sei das falsche Signal, wenn es genug andere Spitäler gibt, die tiefrote Zahlen schreiben und dringend Reformen bräuchten.

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„Was der zuständige ÖVP-Landesrat Bernhard Tilg hier als große Reform angekündigt hat, ist ein absoluter Rohrkrepierer. Angefangen bei der Kommunikation über die Einbindung der Bevölkerung bis hin zu den einzelnen Kürzungen und Umstrukturierungen hat er diese Reform schon in den Sand gesetzt, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Landesrat Tilg hatte jetzt 11 Jahre lang Zeit, 11 Jahre, in denen er sich umfassend mit dem Tiroler Gesundheitssystem vertraut machen hätte können", meint Haselwanter-Schneider.

Diese Spitalsreform sei der beste Beweis dafür, dass Tilg mit seinen Aufgaben heillos überfordert sei. (TT)