Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 14.05.2019


Innsbruck-Land

Rumer einstimmig für die Verlängerung der Buslinie F

Gemeinderat votierte für die Übergangslösung nach dem Aus für den O-Bus. Grüne werfen Gemeindeführung „schwerste Versäumnisse“ vor.

Rund 340.000 Euro jährlich kostet die Verlängerung der Buslinie F bis Rum, die im Sommer starten soll. Land, Stadt Innsbruck und Marktgemeinde Rum teilen sich die Kosten. Was nach 2022 passiert, ist offen.

© DomanigRund 340.000 Euro jährlich kostet die Verlängerung der Buslinie F bis Rum, die im Sommer starten soll. Land, Stadt Innsbruck und Marktgemeinde Rum teilen sich die Kosten. Was nach 2022 passiert, ist offen.



Von Michael Domanig

Rum, Innsbruck – Ab Sommer soll die Buslinie F (Flughafen – Baggersee und retour) bis Rum verlängert werden. Der Rumer Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen und die entsprechende finanzielle Beteiligung beschlossen.

Der Hintergrund: Seit Inbetriebnahme der neuen Tramlinien 2 und 5 ins Olympische Dorf und der gleichzeitigen Einstellung der Buslinie O klafft in Neu-Rum und Teilen des O-Dorfs eine große Lücke bei der Öffi-Anbindung. Vor allem in Neu-Rum übten viele Nutzer, wie mehrfach berichtet, massive Kritik an dieser Verschlechterung.

Als Übergangslösung ist nun eben die Verlängerung der Buslinie F gedacht: Land, Stadt Innsbruck und Marktgemeinde Rum haben sich darauf geeinigt, die Mehrkosten von immerhin ca. 340.000 Euro jährlich (für einen zusätzlichen Bus im Umlauf) zu je einem Drittel zu übernehmen.

Rum zahlt also vorerst bis Ende 2022 – da soll die Verlängerung der Regionalbahn bis zum Rumer Bahnhof abgeschlossen sein – 113.000 Euro jährlich, für das halbe Jahr 2019 sind es 56.000 Euro.

GR Bernhard Kirchebner (Grüne) sprach von einer „guten Lösung“, um die verlorene Anbindung im Bereich des Sozialen Kompetenzzentrums Rum und der nahen Einkaufszentren abzudecken. Er sieht aber „schwerste Versäumnisse“ seitens der Gemeindeführung. Seit 2004 hätten die Grünen insgesamt vier Anträge und sechs Anfragen eingebracht, dass sich die Marktgemeinde in die Verlängerung der Tram einbringen solle. „Wir wussten schon vor zehn Jahren alle, dass die Buslinie O nicht mehr fahren wird.“ Aber sämtliche Anregungen seien ignoriert worden. Dabei hätte es seinerzeit „durchaus die Möglichkeit gegeben“, die Tram auf Rumer Gemeindegebiet ähnlich fahren zu lassen wie den O-Bus, meint Kirchebner. Doch die SPÖ und speziell BM Edgar Kopp hätten die Regionalbahn „bis vor Kurzem immer noch abgelehnt“ und jegliche Form der Mitfinanzierung und damit auch Mitsprache der Gemeinde ausgeschlossen.

GR Christoph Kopp (SP und Parteifreie) sieht das anders: Der Rumer Wunsch nach einer Linienführung über die Steinbockallee im Süden von Neu-Rum sei von den Planern damals „nicht goutiert worden“. Die jetzige Lösung – bei der die Tram deutlich weiter nördlich über die Serlesstraße bis zum Rumer Bahnhof fahren wird – sei „ein Kompromiss“ gewesen. Und insgesamt steige Rum bei der Tram/Regionalbahn „sehr günstig aus“.

Offen blieb im Gemeinderat eine große Frage: Soll die Verlängerung der Linie F auch nach 2022 beibehalten werden? GR Kirchebner hofft genau darauf. Aus Sicht von BM Kopp ist dies vorstellbar, viele Bürger hätten sich dafür ausgesprochen. Seine Fraktionskollegin GR Sabine Hölbling, die an den Verhandlungen teilgenommen hat, stellte aber klar, dass „aus jetziger Sicht nicht geplant“ sei, die 113.000 Euro jährlich auch nach 2022 zu bezahlen. Man werde sich dann zu gegebener Zeit aber zusammensetzen und die Situation neu bewerten.

Wie Amtsleiter Klaus Kandler ergänzte, sollen die Fahrgastzahlen der Linie F nach zwei Jahren evaluiert werden. Denkbar sei auch, die Anbindung von Neu-Rum an die Tram künftig über einen dichteren Takt des Ortsverkehrs „Rumer Linie“ herzustellen oder diese sogar als eine Art Dörferlinie bis Thaur zu führen. Die Attraktivierung der Rumer Linie sei auf jeden Fall „mitzudenken“.

Seitens der ÖVP-Fraktion gab man zu bedenken, dass es schwierig sein werde, der Bevölkerung etwas, das sie gewohnt sei, nach 2022 wieder „wegzunehmen“.




Kommentieren


Schlagworte