Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.05.2019


Bezirk Landeck

Liftprojekt Kaunertal-Langtaufers: „Gemeinsame Chancen nutzen“

Auf der Aussichtsplattform am Karlesjoch: „Gletscherpionier“ Eugen Larcher (r.) setzt sich seit 40 Jahren für die Liftverbindung ein.

© WenzelAuf der Aussichtsplattform am Karlesjoch: „Gletscherpionier“ Eugen Larcher (r.) setzt sich seit 40 Jahren für die Liftverbindung ein.



Der jüngsten Erklärung von Heinrich Noggler, Bürgermeister der Gemeinde Graun, zum Liftprojekt Kaunertal-Langtaufers kann der TVB Tiroler Oberland alles andere als zustimmen. Noggler sagte, „der Kuchen für einen weiteren Player" sei zu klein, aus dem Kaunertal könne man keine neuen Gäste erwarten.

TVB-Obmann Armin Falkner, Hotelier im Kaunertal, sieht das grundsätzlich anders: „Bei einer Umsetzung der geplanten Skiverbindung Kaunertal-Langtaufers ergeben sich große Chancen für zwei strukturschwache Regionen in Nord- und Südtirol." Beide Regionen würden „vom erweiterten, attraktiven touristischen Angebot profitieren". Die Gletscherregion Kaunertal biete Skilaufen von Mitte September bis Anfang Mai. „Das Pistenangebot eignet sich für alle Altersgruppen, für Anfänger und Fortgeschrittene", zeigt der TVB-Chef auf und unterstreicht: „Der Kaunertaler Gletscher ist somit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und Motor in einer ansonsten strukturschwachen Region." Kaunertal-Langtaufers biete eine „große, sinnvolle Chance zur touristischen Weiterentwicklung in der Region Tiroler Oberland und im Obervinsch- gau", hob Falkner hervor. „Diese Chance sollte man nutzen und nicht verstreichen lassen."

Sehr wohl würden Gäste aus dem Kaunertal dann auch in die Nachbarregionen kommen, vor allem auch in saisonalen Randzeiten. Zudem habe die grenzüberschreitende Liftverbindung „eine Signalwirkung für die Europaregion Tirol". Der Vollbluttouristiker Falkner sieht „eine historische Möglichkeit, das erste länder-übergreifende Seilbahnprojekt zwischen Nord- und Südtirol zu realisieren". (hwe)