Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Osttirol

Tauernbachkraftwerk erhielt positiven UVP-Bescheid

Tiwag-Vorstand Johann Herdina erwartet Einsprüche. Das Energieversorgungsunternehmen plant den Baustart im Jahr 2023.

null

© EXPA/ Peter Gruber



Von Christoph Blassnig

Matrei i. O. – Mit Bescheid der Tiroler Landesregierung vom Montag, 13. Mai 2019, wurde der Tiwag die Bewilligung für die Errichtung und den Betrieb des Vorhabens „Kraftwerk Tauernbach-­Gruben“ erteilt. Die Hürde der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist für das Energie­unternehmen damit vorerst genommen.

Ebenfalls am Montag erging eine Einladung zu einer Medieninformation, die tags darauf in Matrei stattfand. Tiwag-Vorstand Johann Herdina und der Projektleiter Wolfgang Stroppa legten wie schon einmal vor einem Jahr erneut die Eckdaten des Vorhabens dar. „Geändert hat sich seither nur das Logo“, schmunzelte der Vorstand. Herdina zeigte sich am Dienstag gut gelaunt und sehr zuversichtlich, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung positiv ausfallen werde. „Wir erwarten grünes Licht.“

Tatsächlich hat das Land das betreffende Edikt und den Bescheid gestern in den Kundmachungen online veröffentlicht. Zwei Monate lang, also bis zum 17. Juli, liegt der Bescheid seit gestern außerdem in Papierform sowohl beim Amt der Tiroler Landesregierung als auch in der Gemeinde Matrei zur Einsicht auf, wie der Amtsleiter Georg Ranacher gestern bestätigte.

Tiwag-Vorstand Johann Herdina kommentierte den Bescheid gelassen: „Wir werden, wie übrigens unsere Gegner auch, das Schriftwerk ausführlich lesen und studieren. Wir erwarten innerhalb der Frist von sechs Wochen Einsprüche beim Bundesverwaltungsgericht. Es bleibt als­o ein laufendes Verfahren.“

Der Bescheid umfasst 314 Seiten. Zum Ende hin heißt es dort etwa: „Erhebliche Beeinträchtigungen des Erhaltungszieles und damit des Schutzgebietes (Natura 2000 für Isel, Kalserbach und Schwarzach, Anm.) an sich werden auf Basis des umfangreichen Ermittlungsverfahrens nicht erwartet.“

Auch dem Schutz des Bodens und dem begrenzten Flächenangebot im alpinen Raum sei im Verfahren Rechnung getragen worden. Nach ausgleichenden Maßnahmen verblieben „geringfügige Auswirkungen auf das Schutzgut Boden“.

Der Matreier Bürgermeister Andreas Köll wollte gestern vorerst keine Stellungnahme abgeben. „Wir werden das Thema im Gemeinderat behandeln.“

Mit einem Baustart des 90-Millionen-Projektes rechnet die Tiwag frühestens im Jahr 2023.