Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Bezirk Reutte

NEOS wollen Zahl der Biker im Außerfern kontingentieren

Nach Auswertung der Tirol-Ergebnisse können sich die NEOS im Außerfern und in anderen belasteten Tälern Tirols eine Limitierung der Zahl der Motorräder, die täglich fahren dürfen, vorstellen.

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© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die NEOS blieben in der laufenden Motorradlärmdiskussion im Außerfern nicht untätig. Der Antrag der liberalen Gruppierung, in ganz Tirol eine Bestandserhebung des Motorradverkehrs vorzunehmen, war vom Tiroler Landtag im März einstimmig angenommen worden. Diese Evaluierung läuft während der heurigen Motorradsaison. Nun legen die NEOS nach. Nach Auswertung der Tirol-Ergebnisse können sich die Pinken im Außerfern und in anderen belasteten Tälern Tirols eine Kontingentierung und damit Limitierung der Zahl der Motorräder, die täglich fahren dürfen, vorstellen.

LA Andreas Leitgeb: „Wir von NEOS wollen keine Totalverbote. Die Bevölkerung im Außerfern übrigens auch nicht, wie aus der aktuellen Motorradlärmstudie klar hervorgeht. 88 Prozent sprachen sich hier gegen ein generelles Fahrverbot von Motorrädern aus. Ein Permitsystem, also eine zahlenmäßige Begrenzung, wäre die beste Alternative.“

Der Außerferner Unternehmer Markus Moll präzisiert den Vorschlag: „Jeder Motorradfahrer kann sich über ein Onlinetool ein Ticket ziehen. Die Gesamtzahl ist limitiert. Wer zu spät kommt, bleibt draußen.“ Überkopfwegweiser könnten die Nummernschilder erfassen und erkennen, wer unerlaubt unterwegs sei. E-Bikes und Berufspendler wären von der Kontingentierung ausgenommen. „Nach dem Gleichheitsgrundsatz wären aber Einheimische prinzipiell nicht ausgenommen. Auch sie bräuchten als Lärmerzeuger ein Ticket“, sagt Leitgeb.

All dies soll laut den NEOS notwendige Dezibelmessungen an Motorrädern durch die Polizei keineswegs ersetzen. „Denn viele Auspuffe sind manipuliert und Ducat­i oder Harley im Gegensatz zu BMW oder KTM sowieso zu laut“, gibt Moll zu bedenken. Da alle Motorradfahrer auf „den Spruch der Maschin­e stehen“, müsse man hier noch stärker ansetzen.