Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Bezirk Schwaz

Keine Furcht vor der Spitalsreform in Schwaz

Durch die bis zum Jahr 2025 umzusetzende Spitalsreform ändert sich am Schwazer Bezirkskrankenhaus nicht viel. Ein Grund ist, dass das Angebot bereits immer wieder dem Bedarf angepasst wurde.

LR Bernhard Tilg kam gestern mit viel Lob und dem Strukturplan Pflege zu Pflegedirektorin Gabriele Polanezky, Geschäftsführerin Margit Holzhammer und Obmann Franz Hauser (von links) ins Schwazer Bezirkskrankenhaus.

© DählingLR Bernhard Tilg kam gestern mit viel Lob und dem Strukturplan Pflege zu Pflegedirektorin Gabriele Polanezky, Geschäftsführerin Margit Holzhammer und Obmann Franz Hauser (von links) ins Schwazer Bezirkskrankenhaus.



Von Angela Dähling

Schwaz – Die Zahl der alten Menschen nimmt zu. Jene der Kinder vor allem im peripheren Bereichen ab. Manche Operationen, für die einst ein Spitalsaufenthalt von fünf Tagen nötig war, können aufgrund des medizinischen Fortschritts an Tageskliniken durchgeführt werden. All das sind Gründe, warum der Strukturplan Pflege angepasst werde und die Bettenzahlen in den Krankenhäusern sinken, erläuterte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg gestern im Schwazer Bezirkskrankenhaus.

An der dortigen Bettenkapazität ändert sich kaum etwas. „Derzeit haben wir 254 Betten, bis 2025 soll die Umsetzung des Strukturplans erfolgt sein und dann werden es 252 Betten sein“, informiert Krankenhausverbandsobmann Franz Hauser. Es komme lediglich intern in den einzelnen Abteilungen zu bedarfsangepassten Bettenverschiebungen. Die Gynäkologie/Geburtenstation und die HNO brauchen weniger Betten, die Orthopädie mehr. „In der Orthopädie verzeichneten wir im Vorjahr eine Steigerung von 48 Prozent. Der dortige Überwachungsbereich wird um zwei auf vier Betten aufgestockt“, blickt Hauser voraus.

Auch die tagesklinischen Leistungen werden aufgrund der hohen Nachfrage weiter ausgebaut. Die Anzahl der OPs haben sich seit der Eröffnung im Jahr 2017 nahezu vervierfacht, weshalb auch die Öffnungszeiten von drei auf fünf Tage ausgeweitet wurden.

Mangels entsprechender Nachfrage soll jedoch die HNO-Ambulanz in Zukunft an den Wochenenden geschlossen bleiben. „Die Notfallversorgung in diesem Fachbereich wird künftig im Verbund mit dem Bezirkskrankenhaus Kufstein und dem Landeskrankenhaus Innsbruck erfolgen“, erklärt Tilg. Im Gegenzug werde allerdings eine so genannte ambulante Erstversorgungseinheit mit einem 24-Stunden-Service an sieben Tagen der Woche eingerichtet – und zwar an allen Tiroler Krankenhäusern. Tilg spricht hier von kurzen Wartezeiten und gezielter Behandlung im Bereich der allgemeinmedizinischen Versorgung. „Die Tiroler Gebietskrankenkasse will 2021 in einen geplanten Neubau am Schwazer Raika-Parkplatz übersiedeln. Die frei werdenden räumlichen Kapazitäten sollen bis 2022 für die ambulante Erstversorgung adaptiert werden“, schildert Hauser. „Sie ist freilich auch Anlaufstelle für HNO-Notfallpatienten. Sollte sich dort herausstellen, dass ein HNO-Facharzt gebraucht wird, wird der Patient an Kufstein oder Innsbruck weiterverwiesen“, ergänzt BKH-GF Margit Holzhammer.

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Als Vorreiter für ganz Tirol gilt das Schwazer BKH im Bereich der Übergangspflege. Bis 2025 soll es tirolweit 124 Übergangspflegebetten geben statt bisher 31. Laut Hauser würden betagte Menschen in der Übergangspflege am BKH wieder so fit für den Alltag gemacht werden, dass sie zu 77 % zurück in die häusliche Pflege können. Mit dem Start eines mobilen Palliativteams zu Jahresbeginn setzt das Spital, das seit drei Jahren positiv Bilanz zieht, einen weiteren Meilenstein. Viel Lob gab es daher von Tilg und die Erkenntnis: „Das BKH Schwaz ist der Beweis, dass man mit guter Medizin und Wirtschaftskompetenz ein Krankenhaus wirtschaftlich führen kann.“