Letztes Update am Fr, 24.05.2019 17:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


“Fridays for Future“

3500 Schüler protestierten erneut für Klimaschutz in Innsbruck

Im Rahmen der internationalen „FridaysForFuture“-Proteste fanden in mehreren Städten weltweit Demonstrationen statt. In Innsbruck gingen um fünf vor 12 Uhr rund 3500 Schüler und Studenten auf die Straße.

Es war den Schülern auch ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht den Unterricht "schwänzen".

© Foto TT/Rudy De MoorEs war den Schülern auch ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht den Unterricht "schwänzen".



Innsbruck, Wien — Zum zweiten Mal gingen am Freitag Schüler und Studenten für mehr Klimaschutz auf die Straße: Im Rahmen der internationalen „FridaysForFuture"-Proteste fanden in mehreren Städten weltweit Demonstrationen statt. Die größte Veranstaltung in Österreich begann am Wiener Heldenplatz. Hunderte Demonstranten versammelten sich, um dann gemeinsam durch die Innenstadt zu ziehen. „Heute haben wir noch Hoffnung — in zehn Jahren nicht mehr", sagte eine Sprecherin.

Für die Demonstranten ist klar: Einen "Plan B" gibt es nicht.
Für die Demonstranten ist klar: Einen "Plan B" gibt es nicht.
- Foto TT/Rudy De Moor

3500 Demonstranten in Innsbruck

In Innsbruck gingen rund 3500 junge Leute auf die Straße. Um 11.55 Uhr startete der Demonstrationszug bei der Leopold-Franzens-Universität. Von dort zogen die Demonstranten mit Transparenten und Schildern, auf denen „Klimanotstand ausrufen" oder „Fuck the system not climate" stand, bis zum Marktplatz.

Fridays for Future Innsbruck live:

In allen beteiligten Städten wurde angekündigt, die Proteste am nächsten Freitag — wenn auch im kleineren Rahmen — fortzusetzen. In Wien wird es wohl am Dienstag schon erneut zu einem Massenaufmarsch am Heldenplatz kommen: Hier wird beim „Austrian World Summit" die Initiatorin der „FridaysForFuture"-Bewegung, die 16-jährige Greta Thunberg, kommen. Ab 17 Uhr soll sie dann — gemeinsam mit Gastgeber Arnold Schwarzenegger — eine frei zugängliche Rede halten.

Überschaubarer als am 15. März

Die österreichweiten Demonstrationen waren am Freitag überschaubarer als die erste große Kundgebung am 15. März. Österreichweit gingen rund 20.000 junge Leute auf die Straße, im März waren es mehr.

Schüler und Studenten aller Altersklassen demonstrierten mit.
Schüler und Studenten aller Altersklassen demonstrierten mit.
- Foto TT/Rudy De Moor

Unterstützung gab es erneut von den Umwelt-NGOs: „Viele Schülerinnen und Schüler, die heute für ihre Zukunft auf die Straße gehen, können bei der bevorstehenden EU-Parlamentswahl nicht mitreden. Daher liegt es in den Händen aller Wahlberechtigten, am 26. Mai auch zugunsten der kommenden Generationen ein gerechtes, ökologisches und unabhängiges Europa zu wählen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Adam Pawloff. Auch Global 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller forderte „eine soziale und ökologische Ausrichtung der EU, damit wir die Klimakrise lösen können". Der WWF Österreich verlangte von allen Parlamentsparteien, „noch vor der Neuwahl ein ambitioniertes Klimaschutz-Programm mit konkreten Maßnahmen auf Schiene zu bringen".

Unzählige Transparente und Pappschilder wanderten mit dem Demozug mit.
Unzählige Transparente und Pappschilder wanderten mit dem Demozug mit.
- Foto TT/Rudy De Moor

Im Fokus des neuerlichen Klimastreiks stehen die in zwei Tagen anstehenden Europawahlen. In Wien konnten alle eine „Wahlkarte für die Zukunft" ausfüllen, die dann in einer gläsernen Urne vor dem Haus der Europäischen Union gesammelt und an einen Kommissionsvertreter übergeben wurden. Insgesamt waren Kundgebungen an mehr als 1.600 Orten in rund 120 Ländern weltweit geplant. Besonders viele Protestaktionen waren neben Österreich und Deutschland in Italien, Großbritannien, den USA und der schwedischen Heimat der Klimaschützerin Greta Thunberg angekündigt.

Jetzt zu handeln wurde von Unzähligen gefordert.
Jetzt zu handeln wurde von Unzähligen gefordert.
- Foto TT/Rudy De Moor

An der ersten Auflage eines globalen Klimaprotesttages hatten sich am 15. März weltweit etwa 1,9 Millionen Menschen beteiligt. Nach Thunbergs Vorbild gehen Schüler und junge Erwachsene seit Monaten immer freitags auf die Straße — meist während der Schulzeit. Mittlerweile haben sich auch viele Erwachsene den Demonstranten angeschlossen. (TT.com/APA)

"Manche von euch hatten schlechte Biologie-Lehrer" stand auf einem der Schilder.
"Manche von euch hatten schlechte Biologie-Lehrer" stand auf einem der Schilder.
- Foto TT/Rudy De Moor