Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.05.2019


Osttirol

HNO-Abteilung am BKH Lienz bleibt laut Tilg erhalten

Tilg wirft der Liste Fritz bewusste Falschmeldungen vor.

© Christoph BlassnigTilg wirft der Liste Fritz bewusste Falschmeldungen vor.



Andrea Haselwanter-Schneider und Markus Sint, beide Tiroler Landtagsabgeordnete der Liste Fritz, warnten in einem Pressegespräch in Lienz eindringlich vor einschneidenden Veränderungen in der medizinischen Versorgung in Osttirol. Haselwanter-Schneider zitierte Zahlen, die der zuständige Landesrat Bernhard Tilg in einer Besprechung am Mittwoch genannt haben soll. Daraus würde sich eine Reduktion der Bettenanzahl des Bezirkskrankenhauses Lienz von aktuell 372 auf 289 ergeben. Gar nicht genannt worden sei von Tilg die Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Abteilung. Daraus folgerte Haselwanter-Schneider, dass der HNO-Bereich in Lienz wohl aufgelassen werde, denn diese Fachrichtung sollte nach den Plänen des Gesundheitslandesrates künftig in Kufstein und in Innsbruck konzentriert werden — die Tiroler Tageszeitung berichtete.

Der Landesrat dementierte entsprechende Medienberichte umgehend in einer Aussendung: „Wir haben sehr gute Häusergespräche mit der kollegialen Führung des Bezirkskrankenhauses Lienz geführt. Am BKH wird eine HNO-Abteilung mit 14 Betten und einem Tagesklinikplatz ausgewiesen. Das bewusste Streuen von Falschmeldungen schadet der Politik insgesamt und verunsichert die Bevölkerung." Weitere Details zur Spitalsreform im Bezirk Lienz sollen laut der Aussendung bei einer Pressekonferenz Anfang Juni vor Ort präsentiert werden.

Haselwanter-Schneider rechtfertigte die von ihr genannten Zahlen ebenfalls in einer Aussendung: „Bei der letzten Besprechung mit Tilg habe ich nach bestem Wissen und Gewissen mitgeschrieben, um mir ein genaues Bild über den aktuellen Stand der Spitalsreform zu machen." Die Abgeordnete kritisiert, dass Tilg dem Landtag keine Zahlen vorlegen würde.

Auch wenn die HNO-Abteilung in Lienz bestehen bleibt und mit 14 Betten ausgestattet werden soll, wie Tilg ausführt, so würde das immer noch einen Rückgang von rund 70 Betten für das Bezirkskrankenhaus bedeuten. Die Fritz-Abgeordneten appellierten in Lienz an die Bevölkerung: „Widerstand hat sich auch in St. Johann und in Natters gelohnt." (Christoph Blassnig)

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