Letztes Update am Mo, 27.05.2019 18:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU-Wahl 2019

Grüne doch auf Rang zwei, FPÖ nur Vierter: So hat Tirol gewählt

Die VP gewinnt auch in Tirol mit 42,63 Prozent stark dazu. Die Auszählung der Wahlkarten brachten noch Verschiebungen: Die Grünen sind nun auf Platz zwei statt vier, die FPÖ fällt hinter die SPÖ auf Rang vier zurück.

Tirols LH und VP-Chef Günther Platter, Spitzenkandidatin Barbara Thaler und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.

© Thomas BöhmTirols LH und VP-Chef Günther Platter, Spitzenkandidatin Barbara Thaler und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.



Innsbruck — Am Montagnachmittag wurde das Tiroler Endergebnis der EU-Wahl mit Wahlkarten bekannt gegeben. Das brachte einige Verschiebungen mit sich: Entgegen dem vorläufigen Endergebnis vom Sonntag liegen nun die Grünen an zweiter Stelle, gefolgt von der SPÖ. Die Freiheitlichen fallen von Rang zwei auf den vierten Platz zurück.

Mit 42,63 Prozent und einem Plus zu 2014 von 10,23 Prozentpunkten schaffte die ÖVP einen Kantersieg. Sie übertraf damit nach Auszählung der Wahlkarten aber doch knapp nicht die Stärke, die sie 2018 bei der Landtagswahl (44,26%) erzielt hatte. Die Tirolerin Barbara Thaler dürfte mit mehr als 30.000 Vorzugsstimmen einen Sprung nach vorne machen, und die drei vor ihr gereihten Kandidaten Lukas Mandl, Wolfram Pirchner und Christian Sagartz überholen.

LH und VP-Chef Günther Platter bezeichnete das Ergebnis als außergewöhnlich: „Wir liefern eines der besten ÖVP-Ergebnisse nach Wien und liegen selbst bei den Zugewinnen teilweise doppelt so hoch wie andere Bundesländer."

FP-Landeschef Markus Abwerzger hatte am Sonntag noch den zweiten Platz für die Blauen bejubelt - offenbar zu früh, die Partei musste ihn später doch an die Grünen abgeben: „Wir sind eine geschlossene Partei vom Bodensee über den Achensee bis zum Neusiedler See." Das Ergebnis zeige, dass das Krisenmanagement der FPÖ funktioniere.

Doch FPÖ mit größtem Minus

Das größte Minus steht nun doch bei der FPÖ, nicht bei den Grünen. Die FPÖ verlor 2,28 Prozentpunkte, die Grünen 1,22 Prozentpunkte. Mit Blick auf das Bundesergebnis und den Nationalrats-Rauswurf 2017 sprachen Grünen-Kandidat Michael Mingler und Klubobmann Gebi Mair bereits am Sonntag dennoch von einem „riesigen und eindrucksvollen Comeback".

Ausgerückt, um den stärksten Zuwachs aller roten Landesparteien einzufahren, musste Neo-Landeschef Georg Dornauer am Sonntag ein Minus für die SPÖ erklären: „Das Ergebnis ist enttäuschend. Wir haben die letzten Wochen nicht nutzen können." Man werde das Ergebnis analysieren und Schwachstellen hinterfragen.

Ein Minus schrieben auch die NEOS (8,82 %, -0,83) an. Mehr als erfreulich ist indes die Wahlbeteiligung. Sie kletterte wieder auf 53,24 Prozent empor.

Auch in der Landeshauptstadt Innsbruck konnte die ÖVP um 5,6 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent zulegen und überholte damit die Grünen, die bei der EU-Wahl 2014 mit 24,98 Prozent noch stimmenstärkste Partei waren - die ÖVP erreichte 2014 21,13 Prozent. Die Grünen, traditionell sehr stark in Innsbruck und derzeit auch mit Bürgermeister Georg Willi unter grüner Führung, legten minimal um 0,1 Prozentpunkte zu. Sie erreichten somit 26,0 Prozent und landeten hinter der ÖVP auf Platz zwei. Die drittstärkste Partei in der Landeshauptstadt wurde die SPÖ (19,4 Prozent), gefolgt von der FPÖ (14 Prozent) und den NEOS (11,0 Prozent). (TT.com)




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