Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.06.2019


Bezirk Imst

Achtziger auf Imster Umfahrung soll fallen

Von einem Anrainer in Imst kommt der Vorschlag, die Lärmproblematik entlang der Umfahrungsstraße mit einer 50-km/h-Beschränkung zu entschärfen. Der Stadtchef will nun einen Antrag ausarbeiten lassen.

Die neue Fußgängerbrücke über der Umfahrung darf nun auch mit Fahrrädern befahren werden.

© PaschingerDie neue Fußgängerbrücke über der Umfahrung darf nun auch mit Fahrrädern befahren werden.



Von Alexander Paschinger

Imst – Die steigende Lärm­entwicklung entlang der Imster Umfahrungsstraße veranlasste wieder einen Anrainer (er will nicht genannt werden), einen Brief an die Stadtführung zu richten. Darin regt er an, zwischen dem Kreisverkehr Nord und dem Kreisverkehr Auf Arzill einen 50er einzuführen. Das würde eine echte Entlastung bringen: Zuletzt machte er diese Erfahrung während des Baus der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke. Tatsächlich wurde der Vorschlag, der von GR Barbara Hauser im Imster Stadtparlament zur Sprache gebracht wurde, allgemein als „konstruktiv“ bewertet. Bürgermeister Stefan Weirather beauftragte deshalb den Verkehrs- und den Umweltausschuss, einen entsprechenden Antrag an die Landesstraßenverwaltung auszuarbeiten.

„Das nenne ich positive Kritik“, meinte etwa GR Christian Linser. Würde man mit 50 statt mit 80 km/h das 1,5 km lange Teilstück befahren, würde man 1:48 min statt 1:07 min brauchen – „das sind gerade 40 Sekunden länger“. Bisher, meint hingegen BM Weirather, „wurden unsere Anregungen immer abgeblockt“. Er hätte gerne eine Probephase für zwei, drei Monate. Für den Anrainer ist es übrigens vor allem der Schwerverkehr, der in Kombination von Geschwindigkeit und Beschleunigung aus den Kreisverkehren die Lärmbelästigung besonders verursache. Und GR Helmut Knabl regte außerdem an, diesen 50er schon ab dem GH Neuner an der Stadtgrenze auszuweisen. „Wir können nichts versprechen, aber den Druck erhöhen“, fasste GR Linser den Antrag auf die Tempobremse zusammen.

Beschlossen wurde hingegen eine andere Tempobremse, welche die Stadt aber selbst betätigen kann: Die Gafiailgasse bekommt einen 30er. Warum? Weil sich immer mehr Touristen und Biker – zu schnell – in diese enge Straße in der Oberstadt verirren.

Verkehr war aber überhaupt ein Thema bei der vergangenen Gemeinderatssitzung. So wird in der unteren Meraner Straße ein Halte- und Parkverbot verordnet. Grund sind die oft gefährlichen Situationen, wenn Eltern ihre Kinder zum Gymnasium bringen. Dafür soll es in der oberen Meraner Straße leichter gemacht werden, Schüler ein- und aussteigen zu lassen.

Für einen Schutzweg bei der Esso-Tankstelle stimmte der Gemeinderat ebenfalls einstimmig. 143 Unterschriften hatten die Wiedereinrichtung des Zebrastreifens bekräftigt – immerhin ist die Frequenz allein durch 70 HTL-Schüler schon begründet, die von der dortigen Bushaltestelle kommen. „Und die Lebenshilfe ist auch dort“, betonte GR Gitti Flür die Notwendigkeit.

Zu guter Letzt schloss sich der Kreis: Auf der neuen Fußgängerbrücke über die Umfahrung wurde das Fahrverbot für Fahrräder aufgehoben.

Das Stadt-Führungstrio VBM Stefan Krismer, BM Stefan Weirather und VBM Gebi Mantl (v.l.) waren sich in den meisten Punkten einig.
Das Stadt-Führungstrio VBM Stefan Krismer, BM Stefan Weirather und VBM Gebi Mantl (v.l.) waren sich in den meisten Punkten einig.
- Paschinger