Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Landespolitik

Imster Stadtpolitik gibt die Variante für Downhiller vor

Bei der Singletrail-Diskussion kehrt man zur ursprünglich geplanten Streckenführung zurück. Die Nutzungsberechtigten bleiben skeptisch.

Hoch-Imst ist bereits ein beliebtes Mountainbike-Gebiet. Ein zusätzlicher Singletrail für Downhiller soll das Angebot erweitern. Die Streckenführung zwischen Mittel- und Talstation wird erst geplant.

© Imst Tourismus/WenzlerHoch-Imst ist bereits ein beliebtes Mountainbike-Gebiet. Ein zusätzlicher Singletrail für Downhiller soll das Angebot erweitern. Die Streckenführung zwischen Mittel- und Talstation wird erst geplant.



Von Alexander Paschinger

Hoch-Imst – „Unser Geschäft konzentriert sich schon jetzt zu 60 Prozent auf den Sommer“, erklärt der Geschäftsführer der Imster Bergbahnen, Bernhard Schöpf. Ein zusätzlicher Singletrail als Strecke für die Downhill-Mountainbiker fehle noch. Der wäre aber eine wichtige neue Attraktion, die auch in schneearmen Wintern genutzt werden könnte. Umso glücklicher ist Schöpf, dass der Imster Gemeinderat vergangene Woche eine mehrheit­liche Entscheidung zur Variante fällte. Die Gemeinde als Substanznutzungsberechtigte der Gemeindegutsagrar kehrte zur ursprünglich geplanten Streckenführung zurück: 15 Ja zu jeweils zwei Nein bzw. Enthaltungen lautete das Ergebnis. Die Agrar-Vertreter bleiben skeptisch – vor allem in Hinblick auf die Viehweide.

Seit mehr als zwei Jahren ist der Singletrail politisches Thema. Hoch-Imst wird nämlich sowohl touristisch als auch landwirtschaftlich mit Viehweiden intensiv genutzt. Daher gefiel den Nutzungsberechtigten der Agrar die erste Streckenführung ganz und gar nicht. Es gab eine Stellungnahme, Begehungen und schließlich „haben wir eine andere Variante vorgeschlagen“, so Agrarobmann Josef Gstrein.

Die wurde in der Vorwoche seitens der Stadtgemeinde jedoch endgültig verworfen. „Der dafür vorgesehene Ursprungweg führt durch das Quellschutzgebiet“, führte BM Stefan Weirather neben Kostengründen an. Das gehe allein wegen des möglichen Verlustes von Kettenöl gar nicht. Dieses Argument versteht Gstrein nicht: „Im Winter sind dort Leute mit Hunden unterwegs“, sieht er darin ein größeres Problem für den Quellwasserschutz.

Unbestritten ist im Gemeinderat die Tatsache, dass man eine Downhillstrecke einrichten will. „Wir müssen die Wanderwege radfrei halten“, meinte etwa VBM Gebi Mantl, der sich als Aufsichtsratsvorsitzender der Bergbahnen vermittelnd und „unterstützend einbrachte“, wie Schöpf betont. „Die Wanderer müssen ja oft direkt aus dem Weg springen“, schildert GR Helmut Knabl als Obmann der Imster Alpenvereinssektion die Begegnungen mit talfahrenden Mountainbikern.

Offen war im Gemeinderat auch, wie man mit den beiden notwendigen Querungen mit dem Fahrweg umgehe: „Da richten wir Wartebereiche ein“, verspricht Schöpf eine Entschleunigung dieser Bereiche. Außerdem werde der Singletrail eher für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet sein.

Agrarobmann Gstrein interessiert vor allem die konkrete Streckenführung – „unsere Skepsis bleibt aus weidetechnischen Gründen aufrecht“. Außerdem müsse man noch abklären, inwieweit das „Kuh-Urteil“ Einfluss hat.

Zum weiteren Prozedere meint Schöpf: Nun habe man die Zustimmung des Grundeigentümers, es folgen Planung und Einreichung – „und bei Genehmigung könnten wir heuer schon bauen“.