Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Bezirk Schwaz

Gemeinde reißt Feucht-Haus in Jenbach ab

Zwei Häuser machen in Jenbach für die Ortsentwicklung Platz. Zudem wird weiter am ÖBB-Parkdeck gefeilt.

Das gemeindeeigene Feucht-Haus wird abgerissen.

© ZwicknaglDas gemeindeeigene Feucht-Haus wird abgerissen.



Von Walter Zwicknagl

Jenbach – Jetzt ist es fix: Das gemeindeeigene Feucht-Haus und ein Objekt in der Postgasse in Jenbach werden abgerissen. Die Kosten dafür bezifferte Bürgermeister Dietmar Wallner (VP) mit rund 78.000 Euro brutto. Beschlossen wurde dieses Vorhaben mit 17 Prostimmen und einer Gegenstimme in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

„Warten wir doch mit dem Abbruch des Feucht-Hauses bis zur Kasbachverbauung“, schlug Gemeinderätin Barbara Wildauer (fraktionslos) in der Sitzung vor. Zudem bezweifelte sie, ob es überhaupt einen Zusammenhang mit dem Projekt Untere Achenseestraße und der Postgasse geben würde. Ihr weiteres Argument: „Die Identität soll nicht verloren gehen.“ „Wenn wir das Feucht-Haus sanieren, können wir das Geld gleich beim Fenster hinauswerfen“, konterte jedoch BM Wallner. Dieses Haus habe nicht einmal einen Kanalanschluss und wäre ursprünglich eine Werkstätte gewesen.

„Die Postgasse war immer ein Teil unserer Überlegungen. Das hat mit der Ortsentwicklung im Jahr 2012 begonnen“, sagte Vizebürgermeister Berhard Stöhr (VP). Man wolle keine Fußgängerzone, sondern eine Begegnungszone schaffen, stellte er klar. „Wir müssen ganz einfach gesagt weg von einem 80 Zentimeter breiten Gehsteig“, meinte der gelernte Architekt, ehe GR Wildauer bezweifelte, ob der Bürgermeister und der Vizebürgermeister in Sachen Postgasse tatsächlich unbefangen seien. Denn beide besitzen Objekte in diesem Bereich. „Jetzt wird ein Schuldvorwurf konstruiert. Was ist die Motivation?“, fragte der Gemeindechef.

Ohne große Diskussionen wurde hingegen die Errichtung eines Parkplatzes am gemeindeeigenen Serpan-Areal beschlossen. Mehr als 100.000 Euro werden dafür investiert. Man war sich einig, dass das Projekt so schnell wie möglich realisiert werden solle.

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Ein Ja gab es auch zur Mitfinanzierung des Jahresabschlusses 2018 für den Pfarr- und Gemeindekindergarten. Zur Hälfte wird der Abgang in der Höhe von 95.000 Euro von der Gemeinde mitgetragen.

Heiß her ging es dann nochmal im vertraulichen Teil der Gemeinderatssitzung. Denn BM Wallner informierte über die Vereinbarung bezüglich der Kapitalerhöhung und den Abschluss eines Beteiligungsvertrages für die Achenseebahn sowie über die Causa ÖBB-Park&Ride-Anlage. Viele Steine seien in Sachen Parkhaus mit der Bundesbahn mittlerweile aus dem Weg geräumt, meinte Wallner. „Es geht nun um den Errichtungsvertrag und das Bewirtschaftungskonzept. Dann müssen die Finanzierungsvereinbarungen in den jeweiligen Gemeinden beschlossen werden. Wir wollen als Marktgemeinde Jenbach nicht auf den Erhaltungskosten sitzen bleiben“, meinte der Bürgermeister auf TT-Anfrage.