Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Innsbruck-Land

Empörung in Fritzens: „Lkw-Fahrverbote zu Tankstelle notwendig“

Gahr: „Wenn Region leidet, muss Politik handeln.“ Kein Verständnis für Kritik von Fritzner Tankstellenbetreiber.

BM Josef Gahr (l.) aus Fritzens und BM Thomas Oberbeirsteiner (r.) aus Wattens kämpfen mit NR Hermann Gahr für Zufahrtsbeschränkungen.

© TTBM Josef Gahr (l.) aus Fritzens und BM Thomas Oberbeirsteiner (r.) aus Wattens kämpfen mit NR Hermann Gahr für Zufahrtsbeschränkungen.



Fritzens – Ob das zeitweise Zufahrtsverbot zur Billig-Dieseltankstelle in Fritzens noch zu Beginn des Sommers verordnet wird, ist unklar. Dass es kommen muss, daran besteht für die Gemeinde und ÖVP-Nationalrat Hermann Gahr kein Zweifel. Trotz massiver Empörung des Betreibers. Der Geschäftsleiter der Plose A Oil Service Gmbh, Manfred Kienzner, wirft in einem offenen Brief der Politik „politisch motivierte Schnellschüsse“ und eine massive Überzeichnung des Problems vor.

„Seit nunmehr 19 Jahren traktiert diese Tankstelle unser Dorf und sämtliche Verkehrsteilnehmer auf der Landesstraße“, platzt Gemeindevorstand Richard Schwanninger die Hutschnur. Einseitiger wirtschaftlicher Gewinn werde hier zu Lasten bzw. auf Kosten der Allgemeinheit lukriert. „Dies ist deshalb völlig inakzeptabel, weil es die Sicherheit und Lebensqualität unserer Bevölkerung gefährdet“, verweist er auf unzählige Staus durch wartende Lkw vor der Tankstelle. Zudem trete des Öfteren wegen Überfüllung der Lkw-Tanks Diesel aus, was zur Verschmutzung der Fahrbahn führe. Und schlussendlich spricht Schwanninger von einer großen Gefährdung der Fußgänger, insbesondere der Schulkinder. „Im Bereich des Bahnhofs und des dortigen Zebrastreifens touchieren die Lkw regelmäßig die Gehsteige.“

Für VP-Nationalrat Hermann Gahr ist die Verhängung von zeitlich begrenzten Abfahrverboten alternativlos und eine notwendige Maßnahme. Gahr hat im Nationalrat eine Petition gegen den überbordenden Lkw-Tanktourismus eingebracht. „Wenn eine ganze Gemeinde und die gesamte Region unter den Auswirkungen einer Lkw-Tankstelle zu leiden hat, dann ist die Politik geradezu verpflichtet, dagegen Maßnahmen einzuleiten.“ Neben der heimischen Bevölkerung sei auch die Wirtschaft durch die massiven Auswirkungen des Tanktourismus betroffen. Die Behinderungen der Gemeindebürger seien mit 97 Staus an 22 Prüftagen eindeutig dokumentiert, daher fordert Gahr eine rasche Verordnung der Lkw-Fahrverbote. (pn)

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