Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Osttirol

66 Betten weniger in Lienz, Primärversorgung geplant

Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg präsentierte das mit der kollegialen Führung des BKH abgestimmte Konzept des Landes.

Die Spitalsreform reduziert die Bettenanzahl im Bezirkskrankenhaus Lienz um 66 auf 306.

© Christoph BlassnigDie Spitalsreform reduziert die Bettenanzahl im Bezirkskrankenhaus Lienz um 66 auf 306.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Dem Lienzer Bezirkskrankenhaus kommt eine Sonderstellung in Österreich zu. Kein anderes Spital ist von benachbarten medizinischen Zentren so weit entfernt. Im Einzugsgebiet leben 80.000 Menschen, da Bereiche in den Nachbarregionen und zum Teil in Südtirol mitversorgt werden. „Außerdem verzeichnen wir einen Gastpatientenanteil von 32 Prozent“, verweist Andreas Köll, Obmann des Gemeindeverbandes, auf eine regionale Besonderheit. „Nur die Innsbrucker Klinik weist dabei einen noch höheren Anteil auf.“

Durch diese Besonderheit eigne sich das Lienzer Spital auch besonders gut für die Umsetzung der österreichischen Spitalsreform, erklärte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg im Rahmen eines Pressegespräches in Lienz. Martin Schmidt als Ärztlicher Direktor des BKH vertrat die Belegschaft.

Tilg, Schmidt und Köll präsentierten den vor zwei Wochen ausverhandelten Kompromiss: Bis zum Jahr 2025 hat der Gemeindeverband des Lienzer Bezirkskrankenhauses nun Zeit, die Anzahl der systemisierten Betten von aktuell 372 auf 306 zu senken. Damit gehen 66 Betten verloren. Doch die Qualität der medizinischen Versorgung soll besser werden, versprechen sich die Verantwortlichen. Durch Optimierungen im Zusammenspiel von stationärer, niedergelassener, pflegerischer und häuslicher Betreuung soll überdies eine Kostenreduktion möglich werden. Wie hoch diese ausfallen könnte, darüber hüllt man sich in Schweigen. Tilg: „Das will der Landeshauptmann auch immer von mir wissen.“

Der Bezirk Lienz war die letzte Station von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, hier mit Verbandsobmann Andreas Köll (r.) und dem ärztlichen Direktor Martin Schmidt (l.).
Der Bezirk Lienz war die letzte Station von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, hier mit Verbandsobmann Andreas Köll (r.) und dem ärztlichen Direktor Martin Schmidt (l.).
- Christoph Blassnig

Schmidt betonte, dass man bereits vor eineinhalb Jahren an ersten Gesprächen teilgenommen habe, um die zukünftige Organisation mit den medizinischen Erfordernissen gemeinsam mit dem Land abstimmen zu können. „Die Stimmung war stets respektvoll und konstruktiv“, erklärte der Ärztliche Direktor. Daher sei unter der Belegschaft des Hauses nie Widerstand gegen die absehbare Bettenreduktion aufgekommen. „Doch wir wissen natürlich, dass uns diese Reform einiges abverlangt, das wir nicht aus dem Stand heben können.“ Das werde eine Herausforderung.

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Für den Patienten erwartet sich Schmidt künftig kürzere Wartezeiten. Neu geplant ist jedenfalls eine zentrale ambulante Erstversorgungseinheit anstelle der Ambulanz. Dazu sind Primärversorgungszentren niedergelassener Ärzte im Pustertal und im Iseltal vorgesehen. Übergangspflege soll das Spital entlasten.