Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.06.2019


Bezirk Imst

Bei Kinderbetreuung ist Längenfeld zum Handeln verdammt

Die Kinderbetreuung brennt der Gemeindeführung sowie den betroffenen Eltern unter den Nägeln. Kindergärten und Volksschulen platzen aus allen Nähten. Ausweichquartiere und Lösungen tun not.

Bürgerversammlung Längenfeld zur Zukunft der Kinderbetreuung.

© ParthBürgerversammlung Längenfeld zur Zukunft der Kinderbetreuung.



Von Thomas Parth

Längenfeld – Am Montagabend trafen sich Erziehungsberechtigte und Gemeindepolitiker zur Bürgerversammlung in Längenfeld. Das Thema, das momentan für viel Gesprächsstoff sorgt, ist der wachsende Bedarf an Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Vorweg präsentierte Magnus Gratl von der GemNova, einer Tochtergesellschaft des Tiroler Gemeindeverbandes, eine Studie zur Ist-Situation in Längenfeld. Dabei wurden die drei „Schraubstöcke“, in denen sich die Gemeinde befindet, rasch deutlich:

Magnus Gratl servierte keine leichte Kost.
Magnus Gratl servierte keine leichte Kost.
- Parth

Die Gesetzgebung greift regulierend ein, um eine qualitätsvolle Betreuung der Kinder sicherzustellen. Hier geht es um kleinere Gruppengrößen und um Freiräume für die Kinder.

Die Obfrau des Bildungsausschusses, Rebecca Kammerlander, sprach sich für eine qualitätsvolle Kinderbetreuung aus.
Die Obfrau des Bildungsausschusses, Rebecca Kammerlander, sprach sich für eine qualitätsvolle Kinderbetreuung aus.
- Parth

Die Summe an technischen und juristischen Informationen musste das Publikum erst einmal verkraften. Prompt kam die Kritik, die Causa werde zu wenig emotional behandelt, schließlich gehe es um das Wohl der Kinder. Auch wurde befürchtet, das Dorfleben in den Fraktionen könnte unter einer zentralen Volksschule leiden. Die Gemeinderäte sahen sich geeint im Bestreben um eine Lösung. Das Ausweichquartier für zwei Gruppen im Funpark in Huben liege zur Bewilligung beim Land.

BM Richard Grüner dankte für die offene Diskussion mit reger Beteiligung der Bevölkerung.
BM Richard Grüner dankte für die offene Diskussion mit reger Beteiligung der Bevölkerung.
- Parth

„Alle Kinder kommen unter!“, beruhigte BM Richard Grüner die besorgten Eltern. Bis Herbst müsse der Gemeinderat die nötigen, wenngleich schweren Entscheidungen zum Wohle der Kinder getroffen haben.