Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.06.2019


Innsbruck

Hybrid-Müllfahrzeug der IKB: Mit Batterie gegen Lärm und Schadstoffe

Die IKB präsentierten gestern ihr erstes Hybrid-Müllfahrzeug. Dieses fährt zwar mit Diesel, beim Entleeren übernimmt aber ein Elektroantrieb.

Stolz auf den „Prototypen“ (v. l.): IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller, StR Uschi Schwarzl und IKB-Vorstandsdirektor Thomas Pühringer.

© DomanigStolz auf den „Prototypen“ (v. l.): IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller, StR Uschi Schwarzl und IKB-Vorstandsdirektor Thomas Pühringer.



Von Michael Domanig

Innsbruck – „Wir sind in einer Klimakrise. Dagegen kann jeder etwas unternehmen – und natürlich auch Flaggschiffe wie die Innsbrucker Kommunalbetriebe“, meinte Umweltstadträtin Uschi Schwarzl gestern bei einer besonderen Fahrzeugpräsentation: Um die Müllentsorgung energieeffizienter zu gestalten, haben die IKB ihren ersten Hybrid-Müllwagen angeschafft.

Das Auto – das schon seit Wochen täglich im Einsatz ist – fährt zwar weiterhin mit Dieseltreibstoff. Der gesamte Sammel- und Pressvorgang (also alles, was passiert, sobald das Auto steht) erfolgt jedoch per elektronischem Antrieb, konkret über eine Batterie mit einer Kapazität von 51 Kilowattstunden. 4000 Liter Diesel pro Jahr sollen damit eingespart werden.

IKB-Mitarbeiter Christoph Nagl demonstrierte den deutlich leiseren Entleerungsvorgang.
IKB-Mitarbeiter Christoph Nagl demonstrierte den deutlich leiseren Entleerungsvorgang.
- Domanig

Neben einer deutlichen Senkung der CO2- und Feinstaub-Belastung – laut ersten Tests bis zu -30 % – bringe der E-Müllwagen auch eine klare Senkung der Lärmbelastung bei der Be- und Entladung, erklärte der zuständige IKB-Vorstandsdirektor Thomas Pühringer. Die Anschaffungskosten liegen laut IKB um ca. 80.000 Euro höher als bei herkömmlichen Müllautos.

Durch den Einsatz smarter Technologie wollen die IKB auch die „Tourenplanung“ bei der Müllentsorgung verbessern. Immerhin haben ca. 100 IKB-Mitarbeiter mit 27 Sammelfahrzeugen mehr als 35.000 Sammelbehälter zu entleeren, teils mehrmals pro Woche. Das ergibt ein wöchentliches Volumen von über 11 Mio. Liter Müll.

„Klimaschutz und Energiewende beginnen in den Kommunen“, meinte IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller. „Dafür sind viele kleine Maßnahmen nötig.“ Die IKB-Fahrzeuge seien öffentlich sichtbar in der Stadt unterwegs, ergänzte Schwarzl: „Sie transportieren nicht nur Wertstoffe, sondern auch eine Botschaft. Ich hoffe, dass dem Prototypen viele weitere Autos folgen werden.“

Eine Umstellung auf komplett elektrisch betriebene Müllwagen sieht Pühringer „in nächster Zeit nicht kommen“. Die MA 48 in Wien habe einen solchen im Einsatz, das Eigengewicht sei aber so hoch, dass das Auto nur über geringe Ladekapazität verfüge.