Letztes Update am Do, 06.06.2019 06:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Notfallordination ab nun im Herzen von Innsbruck

Am Freitag werden die neuen Räume des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Fallmerayerstraße eröffnet – mit mehr Platz für die Patienten.

Das erste Dienstwochenende naht: Morgen Freitag ab 20 Uhr erleben die neuen Räumlichkeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Fallmerayerstraße 5 (Bild) ihre Bewährungsprobe.

© DomanigDas erste Dienstwochenende naht: Morgen Freitag ab 20 Uhr erleben die neuen Räumlichkeiten des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in der Fallmerayerstraße 5 (Bild) ihre Bewährungsprobe.



Innsbruck – An jedem Wochenende und jedem Feiertag versehen in Innsbruck zwei niedergelassene Ärzte Bereitschaftsdienst. Dafür bürgt seit Jahrzehnten ein eigenes Kuratorium, bestehend aus Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK), Stadt, Land und Ärztekammer. Viele Jahre lang war die Bereitschaftsdienst-Ordination – räumlich beengt – am Sillufer, im Gebäude der Freiwilligen Rettung, untergebracht. Das ändert sich nun: Morgen Freitag erfolgt die feierliche Eröffnung der neuen, modernen Räume in der Fallmerayerstraße 5, also mitten im Stadtzentrum. Ab 20 Uhr erlebt die Ordination dann schon ihr erstes Dienstwochenende.

Für die Erstausstattung der Ordination wurden ca. 65.000 Euro aufgewendet – davon übernimmt die Ärztekammer 50 Prozent , den Rest TGKK, Stadt und Land. Den Umbau des Gebäudes selbst finanzierte die Kammer, deren Wohlfahrtsfonds das Haus gehört. Die Kosten für den Bereitschaftsdienst trägt zu 65 Prozent die TGKK, 25 Prozent entfallen auf die Stadt, 10 Prozent aufs Land. Künftig werden sich diese Kosten auf ca. 503.000 Euro jährlich belaufen – ein Plus von 26 Prozent .

Doch der neue Standort biete eine ganze Reihe von Vorteilen, die für den Mehraufwand sprächen, betont TGKK-Direktor Arno Melitopulos: etwa deutlich längere Ordinationszeiten, barrierefreie, mit 125 m2 wesentlich größere Räume oder die zentrale Lage samt optimaler Erreichbarkeit mit Öffis und Nähe zur Klinik.

„Die Räume am Sillufer entsprachen nicht mehr den Bedürfnissen“, meint Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger. So konnte dort jeweils nur ein Arzt einen Patienten behandeln, obwohl zwei im Dienst waren. Auch eine ausreichende Wartezone für die Patienten fehlte. In der Fallmerayerstraße stehen nun zwei separate Behandlungsräume bereit, dazu ein Anmelde- und Wartebereich sowie eigene Ruhe- und Aufenthaltsräume für die diensthabenden Ärzte. Zu Stoßzeiten steht diesen künftig eine Ordinationsmitarbeiterin administrativ zur Seite.

2017 wurden im Bereitschaftsdienst knapp 3200 „Fälle“ behandelt. Vor allem in Monaten mit vielen Feier- und Brückentagen werde die Notwendigkeit deutlich, sagt Melitopulos. Am neuen Standort rechnet er mit einer noch höheren Frequenz. Gemeinsam mit der von der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) und Land finanzierten allgemeinmedizinischen Erstaufnahme im Medizinzentrum Anichstraße sei nun „ganzjährig und rund um die Uhr eine lückenlose ärztliche Versorgung“ in Innsbruck gegeben.

Auch Vize-BM Franz X. Gruber freut sich über eine „unverzichtbare“ und zeitgemäße Versorgung der Innsbrucker Bevölkerung. Wie Melitopulos und Wechselberger erwartet er von der neuen, zentral gelegenen Bereitschaftsdienst-Ordination auch eine weitere Entlastung der Klinikambulanzen: „Ein guter Hausarzt reicht meistens aus.“

Bei Hausbesuchen, die im Rahmen des „Funkbereitschaftsdienstes“ (wie es offiziell heißt) ebenfalls zu leisten sind, erhalten die Ärzte übrigens weiterhin Unterstützung vom Roten Kreuz: Dieses stellt ein Auto samt Fahrer, so dass sich die Ärzte ganz auf die Patientenversorgung konzentrieren können. (md)

Die Wochenend-Bereitschaft dauert jeweils von Freitag, 20 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, an Feiertagen vom Vorabend (20 Uhr) bis zum Folgetag (7 Uhr).

Telefon-Hotline: 0512/360006.