Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Landespolitik

Imst als neuer Stützpunkt für die Pflegeausbildung

AZW und LLA kooperieren in der Pflegeausbildung: Der eine stellt die Lehrkräfte, der andere Räumlichkeiten und Pflegenachwuchs.

LLA-Imst-Direktor Josef Gstrein, LH-Stv. Josef Geisler mit LLA-Abteilungsleiterin Christina Röck und LR Bernhard Tilg sowie AZW-Direktor-Stv. Georg Razesberger gaben den Startschuss zur Pflegeassistenz-Ausbildung.

© ParthLLA-Imst-Direktor Josef Gstrein, LH-Stv. Josef Geisler mit LLA-Abteilungsleiterin Christina Röck und LR Bernhard Tilg sowie AZW-Direktor-Stv. Georg Razesberger gaben den Startschuss zur Pflegeassistenz-Ausbildung.



Von Thomas Parth

Imst, Innsbruck – Das Innsbrucker Ausbildungszentrum West (AZW) nimmt sich der fortführenden Pflegeausbildung in der Landwirtschaftlichen Landeslehranstalt (LLA) in Imst an. „Schon bisher, seit gut 20 Jahren, haben wir den Schwerpunkt Pflege in unserer Ausbildung verankert und wir freuen uns daher über diese zusätzliche Aufwertung“, informiert LLA-Direktor Josef Gstrein: „Im Bereich Gesundheit und Soziales kommen gut und gerne 50 bis 60 Prozent unserer Schulabgängerinnen unter.“

Typischerweise starten Schüler ab dem 14. bzw. 15. Lebensjahr ihre schulische Ausbildung in der LLA mit Einblicken in die Pflegepraxis sowie in die Kinder- bzw. Behindertenbetreuung. „In unseren Lehranstalten versuchen wir, den Schülern ein breites Wissen zu vermitteln“, hält LHStv. Josef Geisler fest. Der Landesregierung sei es ein Anliegen, dezentrale Einheiten im ländlichen Raum zu schaffen bzw. zu erhalten. Dies bestätigte auch demonstrativ Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. Gut geschultes Personal sei überall gefragt. Die Pflege könne ein zweites Standbein für die kleinstrukturierten bäuerlichen Betriebe, nicht nur im Oberland, sein. „Wir starten hier in Imst und sehen uns die Entwicklung dieser Partnerschaft genau an. Die Idee hat jedenfalls das Potenzial, zum Zukunftsmodell zu werden“, stellt LR Tilg Folgeprojekte in allen landwirtschaftlichen Schulen Tirols mit dem entsprechenden Pflegeschwerpunkt in Aussicht.

Die Fachschule für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement, so informiert Christina Röck von der LLA Imst, bereitet den Weg für die Ausbildung bestmöglich vor. Um die Pflegeassistenz-Ausbildung antreten zu dürfen, muss z. B. das 9. Schuljahr erfolgreich abgeschlossen und das 17. Lebensjahr erreicht sein. „Wir bieten unseren Schülern an, ein weiteres Jahr dranzuhängen und die Pflegeassistenz bei uns in Imst zu absolvieren. Sie können ihre Heimplätze im Wohnheim behalten und auch die Tagesverpflegung ist möglich“, zeigt Röck auf. Die nach dem Bau des Agrarzentrums West freigewordenen Räume der ehemaligen Landwirtschaftskammer könne man als Unterrichtsräume nutzen.

„Für dieses Pilotprojekt, das wir heuer im September starten, sind 36 Ausbildungsplätze reserviert. Die Ausbildung richtet sich an alle Interessenten, nicht nur an LLA-Schüler, und wird von unseren Lehrkräften des AZW geleitet“, gibt Georg Razesberger vom AZW Auskunft.

Die Ausbildung zur Pflegeassistenz startet in Imst am 16. September.

Nähere Informationen sind unter www.azw.ac.at oder www.lla-imst.at zu erhalten.