Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Exklusiv

MCI: Land will 1,2 Millionen Euro von Planern zurück

Weil die Generalplaner des gestoppten MCI-Neubaus mit dem Land Tirol zu keiner finanziellen Einigung gekommen sind, hat das Land Rückforderungen eingeklagt.

Der ursprünglich geplante Neubau wurde im Juli des Vorjahres auf Eis gelegt, weil der Kostenrahmen gesprengt wurde.

© MitterwachauerDer ursprünglich geplante Neubau wurde im Juli des Vorjahres auf Eis gelegt, weil der Kostenrahmen gesprengt wurde.



Innsbruck – Im Vorjahr wurde das ursprüngliche Vorhaben für einen Neubau der unternehmerischen Fachhochschule Management Center Innsbruck gestoppt. Denn eine Kostenschätzung des Landes ergab finale Gesamterrichtungskosten in der Höhe von rund 132 Millionen Euro. Demgegenüber hat die Landesregierung 2015 einen Budgetrahmen von 80 Mio. Euro zuzüglich Valorisierung und einer Toleranz von 15 Prozent beschlossen. Zum einen machte die Baukonjunktur das Projekt teurer, dazu kam noch die geplante Tiefgarage für Busse und schlussendlich wurden die Wertanpassungen nicht eingerechnet. Der für den Hochbau des Landes zuständige Landesrat Johannes Tratter (VP) zog die Notbremse und setzte das Projekt neu auf. Im Dialogverfahren wird der MCI-Neubau im Herbst ausgeschrieben.

Noch beschäftigen allerdings die auf Eis gelegten alten MCI-Pläne das Land. Bis März 2019 sind dafür Kosten von 2,2 Mio. Euro brutto angefallen. Der Wettbewerb, für den 600.000 Euro aufgewendet wurden, ist darin schon enthalten. Mit den Generalplanern, die den Architektenwettbewerb gewonnen haben, konnte jedoch keine Einigung über das Planungshonorar erzielt werden. Ursprünglich war mit dem Generalplaner ein Honorar von 1,6 Millionen Euro vereinbart worden, das Land hat davon 1,2 Millionen gezahlt.

Nachdem das ursprüngliche Projekt beendet wurde, erteilte das Land keine weiteren Planungsaufträge. „Die Frage wechselseitiger Ansprüche aus dem Generalplanervertrag wurde landesintern sowohl in technischer als auch in rechtlicher Hinsicht geprüft. Zusätzlich wurde jeweils eine zweite Meinung von externen Sachverständigen eingeholt“, betont Tratter. Sämtliche Experten seien zum Ergebnis gekommen, „dass die beauftragten Planungsleistungen nicht vertragskonform erbracht wurden“. Das Land Tirol habe daher gegen die Generalplaner Rückersatzansprüche gestellt.

Die Vergleichsverhandlungen sind aber gescheitert: Das Land schlug die Hälfte der vereinbarten Summe, also 800.000 Euro vor. Demnach hätten die Wiener Architekten 400.000 Euro, zurücküberweisen sollen. Sie waren dazu nicht bereit und pochten auf die Einhaltung der Vereinbarung. Das wiederum wollte das Land nicht akzeptieren. Wie jetzt bestätigt wird, kommt es zum Rechtsstreit. Das Land fordert von den Generalplanern die gesamte Summe von 1,2 Millionen Euro zurück, weil die wegen der zu hohen Kosten geforderten Redimensionierungen des einstigen Siegerprojekts nicht erfüllt worden seien, wie es heißt. (pn)