Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.06.2019


Bezirk Kitzbühel

Gemeinderat wählt Ortschef in St. Johann

Weil es keine Kandidaten gibt, wird der neue St. Johanner Bürgermeister im Gemeinderat gewählt.

© AngererWeil es keine Kandidaten gibt, wird der neue St. Johanner Bürgermeister im Gemeinderat gewählt.



Die St. Johanner müssen nun doch nicht zur Urne schreiten. Bis zum letztmöglichen Abgabetermin sind beim Gemeindeamt St. Johann keine Kandidaten für eine Bürgermeisterwahl bekannt gegeben worden. „Wir wählen deshalb am 16. Juni im Gemeinderat den neuen Bürgermeister“, erklärt Interims-Bürgermeister ­Hubert Almberger (ÖVP) gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Wenn es keinen Kandidaten gibt, lässt die Tiroler Gemeindeordnung diesen Schritt zu. „Mir war es wichtig, die St. Johanner nicht zu einer Wahl zu zwingen, wenn es keinen Gegenkandidaten gibt. Deshalb habe auch ich nicht abgegeben“, erklärt Almberger.

Die Neuwahl wurde notwendig, da Ende März der bisherige Bürgermeister Stefan Seiwald (ÖVP) sein Amt überraschend zurückgelegt hat. Er gab damals private Gründe für diesen Schritt an. Schon früh zeichnete sich ab, dass es an Kandidaten der anderen Parteien mangelt. Klar positioniert hat sich nur Almberger, der sofort angekündigt hat, für die ÖVP ins Rennen zu gehen. Mit einer absoluten Mehrheit der ÖVP im Rücken dürfte nun für ihn auch der Weg frei sein, Seiwald fix als Bürgermeister zu beerben. Neben dem neuen Bürgermeister muss aber auch ein neuer zweiter Vizebürgermeister gewählt werden, denn dieses Amt bekleidete bisher Almberger.

Auch hier dürfte wohl wieder ein Mandatar aus den Reihen der ÖVP zum Zug kommen. Namen will Almberger aber noch keinen verraten. Es soll noch am Donnerstag eine Besprechung in der ÖVP-Fraktion geben. Überraschend ist, dass Almberger nicht — wie der bisherige Bürgermeister — auch in den Aufsichtsrat der Bergbahn St. Johann geht. Hier bleibt Seiwald Aufsichtsratsvorsitzender. „Das war auch mein ausdrücklicher Wunsch“, sagt Almberger. Seiwald habe sehr gute Arbeit in der Bergbahn geleistet und man wolle das so beibehalten.