Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.06.2019


Bezirk Landeck

Arbeiten am Venetbob gehen ins Finale

Die Montage der neuen Attraktion am Venet geht ins Finale. Der Winter sei für die Venetbahn positiv verlaufen, betont der Vorstand.

Noch ist der Schnee auf 2200 Metern noch nicht komplett geschmolzen. Die Fertigstellung des Venetbob bei der Bergstation der Venetbahn am Krahberg hat gestern begonnen.

© ReichleNoch ist der Schnee auf 2200 Metern noch nicht komplett geschmolzen. Die Fertigstellung des Venetbob bei der Bergstation der Venetbahn am Krahberg hat gestern begonnen.



Von Matthias Reichle

Zams, Landeck – Der Winter hatte den Venet heuer fest im Griff. „Zwischen dem 31. März, als wir zugesperrt haben, und dem 23. Mai, beim Aufsperren, ist 1,65 Meter Neuschnee dazu gekommen“, betont der Vorstand der Venet-Bergbahnen Werner Millinger. Auch jetzt seien nicht alle Wege am Berg offen – die Gegenwartskapelle sei erreichbar, der Weg zur Goglesalm hingegen zeigt sich noch winterlich.

Mit Verspätung wurde gestern auch die Montage am so genannten Venetbob wieder aufgenommen. „Wir haben geplant, am 12. Mai mit den Arbeiten zu beginnen“, so Millinger, „da hatten wir noch fast drei Meter Schnee am Berg.“

Um 1,4 Mio. Euro errichtet die Venet Bergbahnen AG, die mehrheitlich den Gemeinden Landeck und Zams gehört, mit einer Art Sommerrodelbahn derzeit eine neue Attraktion.

Das Projekt – eine 800 Meter lange Bobbahn auf Schienen – bekam im vergangenen Herbst grünes Licht seitens der Behörden. Der Plan, die Anlage in extrem kurzer Bauzeit bis Weihnachten fertigzustellen, scheiterte am Wintereinbruch. Die Schienen selbst seien verlegt – „wir haben mit dem Kettenzug begonnen, morgen starten die elektrotechnischen Arbeiten“, so Millinger. Zeitaufwändig sei aber auch die Montage des Tunnels, der den Bob im oberen Teil gegen Eisschlag vom A1-Sendemasten schützt, und im Bereich, wo er die Weinbergbahn kreuzt, absichert. Es sind sieben Meter lange Plexiglasteile, die vor Ort gebogen und in der Erde verankert werden, so Millinger.

Es habe Diskussionen gegeben, ob man die Bahn nicht schon jetzt in Betrieb nehmen und den Bau des Tunnels auf den Herbst verschieben soll. „Wir brauchen den Tunnel nur für den Winterbetrieb“, betont der Venet-Vorstand, „aber wenn wir einen schönen Herbst haben, versteht keiner, warum wir dann den Bob schließen. Lieber starten wir, wenn alles fix und fertig ist.“ Wann das genau sein wird, darauf will man sich vorerst noch nicht festlegen. Aktuell sei das noch Spekulation, so Millinger.

Mit dem abgelaufenen Winter ist er zufrieden. Die Zahlen der vergangenen Saison werden am 5. Juli dem Aufsichtsrat und später dann auch den Gemeinderäten präsentiert. Aber es gäbe ein Plus beim Umsatz und Zutritten, auch „die Gipfelhütte war besser ausgelastet, wir hatten eine schöne Steigerung bei den Nächtigungen“. Es gab nur zwei Tage, an denen die Bahn heuer komplett schließen musste. Der Sommerstart sei hingegen schwierig gewesen, man sei heuer zwei Wochen später dran. Seit Montag ist der Fernwanderweg E5 offen. Die ersten Weitwanderer seien unterwegs.




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