Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.06.2019


Exklusiv

30,7 Millionen Euro für WM in Seefeld: Pokern um Mehrkosten beginnt

Die Kostenaufstellung für die Nordische Ski-WM in Seefeld ist fertig: Bund und Land sollen je 40?Prozent der Mehrkosten von 2,7 Millionen Euro übernehmen.

Die Nordische Skiweltmeisterschaft in Seefeld war deutlich teurer als geplant.

© OK Seefeld/GEPADie Nordische Skiweltmeisterschaft in Seefeld war deutlich teurer als geplant.



Seefeld, Innsbruck – Ab jetzt wird um die Mehrkosten der Nordischen Skiweltmeisterschaft in Seefeld gepokert: Dem Land liegt aktuell die Kostenaufstellung vor, statt der veranschlagten 28 Millionen Euro wurden schlussendlich 30,7 Mio. Euro in die Sportinfrastruktur investiert. Wobei Anfang 2017 lediglich ein Aufteilungsschlüssel über 27 Mio. Euro zwischen Bund (40 %), Land Tirol (40 %) und Gemeinde Seefeld (20 %) vereinbart wurde. Im Juli 2017 war bereits von 28 Mio. Euro die Rede, die Schlussrechnung sieht nun Mehrkosten von 2,7 Mio. Euro vor. Mit einem Überschuss von rund einer Mio. Euro bilanziert hingegen der ÖSV als Veranstalter.

Auf Basis der vorgelegten Rechnungen will Seefelds Bürgermeister Werner Frießer die höheren Aufwendungen nach dem bisherigen Finanzierungsschlüssel abrechnen. „Das ist unser Ziel, so gehen wir in die Verhandlungen.“ Nur, so dürfte es sich nicht spielen: Was die Zinsbelastung für die Vorfinanzierung betrifft, geht Sportreferent LHStv. Josef Geisler (VP) davon aus, dass „die Zinsthematik bereits bei Budgeterstellung berücksichtigt wurde, da von Anfang an klar war, dass Zahlungen des Landes erst nach Vorlage von Originalrechnungen erfolgen können und somit eine Finanzierung durch die GmbH Voraussetzung ist.“ Den Rest wird sich das Land anschauen und die nicht der WM zuordenbaren Kosten herausstreichen.

Der Sektionschef im Sportministerium, Philipp Trattner, beurteilt die Situation nüchtern. „Die Seefelder werden uns sicher die Schlussrechnung darlegen, wir werden eine Lösung finden.“ 10,6 Mio. Euro seien in Aussicht gestellt worden. Trattner: „Für den Bereich am Bergisel haben wir 778.000 Euro vorgesehen und bereits 500.000 Euro bezahlt.“ An Seefeld seien bisher acht Mio. Euro überwiesen worden. Die Baukonjunktur als Kostentreiber will Trattner nicht gelten lassen, „die Kostenschätzung sollte schon passen“.

Vor allem der Umbau der WM-Halle soll mit mehr als 3,5 Mio. Euro massiv ins Geld gegangen sein. (pn)