Letztes Update am Mi, 12.06.2019 16:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Transitverkehr

Tiroler ÖVP und SPÖ wollen Fahrverbot auf niederrangigen Straßen prüfen

Nachdem bereits die Tiroler ÖVP einen Dringlichkeitsantrag für den Juli-Landtag in Sachen Verkehrsentlastung angekündigt hat, will nun auch die SPÖ einen Dringlichkeitsantrag für die Landtagssitzung im Juli einbringen.

Wegen der Überlastung der  Brennerautobahn A13  zu Pfingsten kam versuchten es viele Autofahrer  über Igls und  Patsch

© Thomas Boehm / TTWegen der Überlastung der Brennerautobahn A13 zu Pfingsten kam versuchten es viele Autofahrer über Igls und Patsch



Innsbruck – Im Kampf gegen den Transitverkehr wollen nun die Tiroler ÖVP und die SPÖ die Möglichkeit von zeitlich befristeten Fahrverboten im niederrangigen Straßennetz prüfen. „Wir müssen jedes Instrument nutzen, das rechtlich umsetzbar ist“, sagte LAbg. und ÖVP-Verkehrssprecher Florian Riedl am Mittwoch in einer Aussendung. Er kündigte an, einen Dringlichkeitsantrag für den Juli-Landtag einbringen zu wollen.

„Wenn es auf der Autobahn zu stocken beginnt, leiten die Navis den gesamten Urlauberverkehr ab und lenken ihn mitten durch die umliegenden Dörfer“, sagte Riedl. Darunter leide nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Verkehrs- und Versorgungssicherheit könne nicht mehr gewährleistet werden. „Wenn solche Situationen eintreten und die Bevölkerung damit gefährdet wird, dann muss die Behörde meines Erachtens die Möglichkeit haben, die Abfahrt von der Autobahn auf das niederrangige Straßennetz zu beschränken“, so der LAbg.

In Salzburg gebe es im Bereich des Grenzübergangs Walserberg bereits solche Verordnungen, die „Stau-Umfahrern“ die Nutzung bestimmter Straßen untersagt, sofern sie nicht Teil des Ziel- und Quellverkehrs sind. Genau diese Möglichkeit möchte der Verkehrssprecher nun auch in Tirol prüfen. In einem ersten Schritt soll erhoben werden, wo es grundsätzlich die Notwendigkeit für eine solche Regelung gibt, hieß es.

Die Sozialdemokraten wollen eine generelle 28-Tonnen-Beschränkung für den Transitverkehr erreichen, meinte SPÖ Tirol-Chef Georg Dornauer in einer Aussendung.

Dem Vorschlag der ÖVP, ein zeitlich befristetes Fahrverbot auf niederrangigen Straßen, könne man „durchaus etwas abgewinnen“, so Dornauer. „Das ist allerdings nur eine örtliche Entlastung und keine Lösung. Dafür braucht es mutigere Initiativen“, fügte der Vorsitzende und Klubobmann der SPÖ Tirol hinzu. (APA)

Besonders Kufstein leidet unter dem Ausweichverkehr.
Besonders Kufstein leidet unter dem Ausweichverkehr.
- Herbert Koffou